Billie Jean King Cup 0:2 in Kasachstan: Tennis-Damen droht Abstieg

Angelique Kerber verlor ihr Match in Nur Sultan. Foto: Paul Zimmer/DTB/dpa

Die deutschen Tennis-Damen um Angelique Kerber haben im Billie Jean King Cup einen ernüchternden Start in die Auswärtspartie gegen Kasachstan erwischt. Die Chance auf die Finals ist nur noch gering.

Unter dem Jubel und den Trommelschlägen der kasachischen Fans ging Angelique Kerber raschen Schrittes enttäuscht vom Platz. Nach zwei Einzel-Niederlagen beim Qualifikationsspiel in Nur-Sultan droht den deutschen Tennis-Damen im Billie Jean King Cup der Kampf gegen den Abstieg.

Als deutsche Topspielerin unterlag die leicht favorisierte Kerber gegen Julia Putinzewa nach knapp zwei Stunden mit 6:3, 3:6, 2:6. Laura Siegemund hatte beim 0:6, 1:6 im Duell mit Jelena Rybakina keine Chance und wurde von der Weltranglisten-19. deklassiert.

"Es war für mich das erste Match auf Sand, was für mich nie einfach ist", sagte Kerber zu ihrer Niederlage auf dem weniger geliebten Belag. "Es ist schade und natürlich bin ich auch enttäuscht. Am Ende versuche ich das Positive rauszunehmen: Ich bin nach Kasachstan gekommen für Deutschland, um fürs Land zu spielen. Ich habe alles gegeben auf dem Platz."

Zu viele Fehler

Am Samstag ist im Topduell mit Rybakina ein Erfolg nun Pflicht, um doch noch die nun sehr kleine Chance auf das Weiterkommen zu erhalten. "Das wird ein komplett anderes Match", sagte Kerber. Die deutsche Spitzenspielerin könne sich auf jeden Fall steigern, betonte Team-Kapitän Rainer Schüttler. "Wichtig für sie war das erste Match auf Sand hinter sich zu haben. Das Match heute tut ihr gut, dass sie morgen lockerer und mit besserem Gefühl auf den Platz geht." Über die Aufstellung für die weiteren Partien will der 45-Jährige am Samstag entscheiden.

Durch den 0:2-Rückstand muss die Auswahl des Deutschen Tennis Bunds nun beide weiteren Einzel und das abschließende Doppel gewinnen, um doch noch die Finals vom 8. bis 13. November zu erreichen. Ansonsten geht es am 11./12. November gegen den Abstieg. Zuletzt spielte das deutsche Team 2013 nicht in der Topgruppe des wichtigsten Damen-Team-Wettbewerbs, der damals noch Fed Cup hieß.

Nach nervösem Beginn auf beiden Seiten holte sich Kerber den ersten Satz ohne größere Probleme. Im zweiten Durchgang stieg die Fehlerquote bei der 34-Jährigen, Putinzewa gewann an Souveränität und sicherte sich zeitweise fünf Spiele in Serie. Im letzten Satz lag Kerber schnell 0:3 hinten. "Sie war zu passiv am Anfang des dritten Satzes, hat sich aber wieder reingefightet", sagte Schüttler. Kerber kämpfte und feierte den ersten Spielgewinn mit einem lauten Schrei. Doch die emotionale Wende blieb aus, nach einer Rückhand ins Aus war das 0:1 perfekt.

Weit von Topform entfernt

Insgesamt 48 unerzwungene Fehler waren Ausdruck der aktuell mangelnden Sicherheit. Kerber ist nach ihrer von einer Corona-Infektion beeinträchtigten Saisonvorbereitung weit von der Topform entfernt. Bei den Australian Open und zwei weiteren Turnieren verlor die Wimbledonsiegerin von 2018 gleich ihre Auftaktpartie, in Indian Wells gelangen die bislang einzigen beiden Saisonsiege.

In Nur-Sultan muss das deutsche Team verletzungsbedingt auf Andrea Petkovic als etatmäßige Nummer zwei verzichten. So vertraute Team-Kapitän Rainer Schüttler auf Siegemund, die nach einer Knie-Operation im vergangenen August länger gefehlt hatte. Gegen die Olympia-Vierte Rybakina unterliefen der 34-Jährigen alleine im ersten Durchgang vier Doppelfehler, Siegemund musste sich trotz kurzen Aufbäumens zu Beginn des zweiten Satzes nach nur 65 Minuten verdient geschlagen geben. "Sie hat unglaublich gut gespielt. Das hat mich überrollt am Anfang", sagte Siegemund.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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