World-Cup in Gabala in Aserbaidschan, WM im italienischen Lonato, European Games in Minsk in Weißrussland, EM im kroatischen Osijek und nun Tokio. Beate Heidobler ist eine Weltreisende in Sachen Schützensport. Am Dienstag, 20. Juli, fliegt die Teisbacherin von Frankfurt zu den Olympischen Spielen in die japanische Hauptstadt. Als Kampfrichterin im Shotgunbereich, eine Schießdisziplin, welche Trap und Skeet umfasst und landläufig unter der Bezeichnung Tontaubenschießen bekannt ist.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die Akkreditierung ist bis ins Detail geregelt, während des Gesprächs klingelt zweimal das Telefon. Am Apparat, der oberste Organisator für die Olympiateilnahme der deutschen Schützen. Trotz aller Hektik bleibt Heidobler gelassen. Schließlich ist sie seit 2015 als Referee oder Jurorin bei internationalen Wettkämpfen im Einsatz. Das Regelbuch mit rund 200 Seiten, beherrscht sie aus dem Effeff. Und mindestens genauso wichtig: Sie ist im Schießsport eine feste Größe. Ob aktive Teilnehmer aus Thailand oder Aus-tralien, ob Wettkampfrichter aus Russland oder Indien, die Teisbacherin kennt (fast) alle. "90 Prozent kenn ich und der Rest wird mich auch noch kennenlernen," sagt sie mit einem Lächeln.