"Tatort"-Kritik für "In der Familie Teil 2" Starkes Ende für epischen Jubiläums-Krimi!

Sofia Modica (Emma Preisendanz) hat ihr altes Leben hinter sich gelassen. Pippo Mauro (Emiliano De Martino) hat sie nun fest im Blick - eine Szene aus «Tatort: In der Familie». Der zweite Teil des Jubiläumskrimis ist am 6. Dezember im Ersten zu sehen. Foto: picture alliance/dpa/BR/WDR/X Filme Creative Pool GmbH | Hagen Keller

Zum 50. Jubiläum des "Tatorts" sendet das Erste eine Doppelfolge. Teil zwei des Crossovers "In der Familie" spielt in München.

Das Böse ist stark in diesem Jubiläums-Doppel-"Tatort". Wo die Mafia regiert, ist ein Menschenleben nichts wert. Wenn aus Kalabrien Anweisungen kommen, werden sie in Deutschland kaltblütig ausgeführt. Und allein die Angst vor dieser unsichtbaren Macht im fernen Italien reicht aus, um die Menschen gefügig zu machen. Das war im ersten, Dortmunder Teil von "In der Familie" so, und so ist es auch in der Fortsetzung, die in München spielt (Regie diesmal: Pia Strietmann, Buch wieder Bernd Lange).

Finster ist die Stimmung in München, das so gar keine Weiß-Blau-Romantik versprühen darf. Vater und Tochter Modica (beide seit Teil eins äußerlich drastisch verändert: Beniamino Brogi und die stark spielende Emma Preisendanz) verbringen gemeinsam mit dem Mafia-Mann Pippo auf der Flucht vor der Polizei viel Zeit in einem völlig versifften Apartment.

Beklommen sitzt man vor dem Fernseher und sieht zu, wie Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Batic (Miroslav Nemec) den Mord am auf übelste Art zu Tode gekommenen Bau-Beamten untersuchen. Als sich Verbindungen nach Dortmund zeigen, fragt Batic: "Sollen wir den Faber anrufen?" Und Leitmayr antwortet trocken: "Nein, wir haben schon genug Tote."

Und dann stapft der Dortmunder "Tatort"-Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) natürlich doch plötzlich durchs Bild, und man atmet auf: Bei diesem großen Gegner braucht es einen Verrückten. Das war schon in den 80ern so, als sich Mel Gibson als Haudrauf-Cop Martin Riggs durch die "Lethal Weapon"-Kinoreihe ballerte. Trotzdem kann die örtliche Größe des Bösen den Polizisten noch lange ins Gesicht lachen: Das eiskalte Ehepaar Domenico (Paolo Sassanelli) und Claudia Palladio (die ehemalige Volkstheater-Schauspielerin Barbara Romaner) haben natürlich einen guten Anwalt. Verzweifelt über dieses Unrecht verprügelt man das Sofakissen.

Das zweite große Aufatmen kommt, wenn der fiese Handlanger Pippo Mauro (Emiliano De Martino) sein Leben auf elende Weise aushaucht - und man so gar kein Mitleid hat. Diese Szene bringt eine Wende: Sofia Modica, die gequälte Tochter, die verzweifelt nach ihrer Mutter sucht, hat sich von ihrem Peiniger befreit.

Sofia steht dann auch im Zentrum eines spannenden, stark bebilderten Finales - der Showdown findet vor wild-malerischer Kulisse statt. Und dann, ganz dezent und kitschfrei erzählt, deutet sich für dieses gequälte Kind doch noch so etwas wie eine Zukunft an. Ein starkes Ende für einen großen, epischen Jubiläums-Tatort!

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