Tatort "Der böse König": Ein schönes Katz-und-Maus-Spiel

Lena Odenthal (Ulrike Folkerts, l.) und Johanna Stern (Lisa Bitter) verfolgen einen Tatverdächtigen. Foto: Benoit Linder/SWR/ARD/dpa

Im "Tatort: Der böse König" gibt es für die Ludwigshafener Ermittlerinnen Odenthal und Stern einiges zu grübeln. Ein Verdächtiger mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung erleichtert ihnen die Sache dabei nicht gerade.

Achtung, Spoiler! Diese TV-Kritik gibt mehr oder weniger konkrete Hinweise auf die Handlung des "Tatort: Der böse König". Wenn Sie nichts verraten bekommen wollen, warten Sie mit der Lektüre des Textes, bis Sie den Film gesehen haben (Das Erste, 11.04.2021, 20.15 - 21.45 Uhr und in der ARD-Mediathek).

Der Kriminaltechniker Peter Becker (Peter Espeloer – dann wird der hier auch mal erwähnt) schüttet eine Tüte mit Speicherchips auf den Tisch, auf denen sich Videos einer Überwachungskamera befinden – unsortiert und unbeschriftet. "Wir können nicht zehn Tage bingewatchen", sagt der Techniker achselzuckend, und ganz Streaming-Deutschland fragt erstaunt: "Warum denn nicht?"

Doch Überwachungskameraaufnahmen aus einem Kiosk sind vielleicht auch nicht ganz so unterhaltsam wie die famose Serie "Das Damengambit". Und wenn schon Überwachungskameravideos, dann wenigstens die aus dem Meerschweinchengehege im Tierpark Hellabrunn.

Manipulativ, verlogen, schmierig, überheblich

Aber weder in der Schachserie noch im Schweinchenstall treibt sich natürlich dieser widerliche Anton Maler (Christopher Schärf) herum: manipulativ, verlogen, schmierig, überheblich, sobald es aber gegen seinen Willen geht, inszeniert er sich als Opfer und wird gefährlich – eine narzisstische Persönlichkeitsstörung wie aus dem Bilderbuch.

Nicht sehr viel sympathischer sind die weiteren Verdächtigen (großartig knorrig: Pit Bukowski, großartig bärig: Ozgür Karadeniz, großartig undurchschaubar: Bernhard Conrad) in diesem Ludwigshafener "Tatort"-Fall um den Mord am Betreiber des erwähnten Kiosks.

Ein mieser Charakter, den man ganz kurz gern haben will

"Der böse König" (Buch und Regie: Martin Eigler) ist ein schönes Katz-und-Maus-Spiel, allerdings vornehmlich für die Ermittlerinnen Odenthal und Stern (Ulrike Folkerts und Lisa Bitter), die man häufig bei Grübeldialogen betrachten kann. Für die Zuschauer ist es vor allem die Studie eines miesen Charakters, den man ganz kurz ein bisschen gern haben will, der aber allzu schnell seine Bösartigkeit offenbart. Und da ist der Film erst halb durch.

Immerhin gibt es bei Johanna Stern daheim noch zwei spannende Szenen aus der Kategorie "Der Feind vor meinem Haus (bei Nacht)" beziehungsweise "Der Feind in meinem Haus (bei Tag, aber die Tochter ist allein mit dem Verrückten").

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