Tarifrunde der IG Metall

62 Betriebe in Bayern beteiligen sich an Warnstreik


Warnstreiks der IG Metall in der Metall- und Elektroindustrie

Warnstreiks der IG Metall in der Metall- und Elektroindustrie

Von Redaktion idowa

Die Warnstreiks der IG Metall gehen weiter: Für den Freitag ruft die Gewerkschaft 62 Betriebe in Bayern wieder zum Warnstreik auf - darunter auch BMW Dingolfing und Wackersdorf, Bosch und Grammer.

Am Freitag fordert die IG Metall bayernweit in 62 Betrieben zum Warnstreik auf - so viele wie noch nie in der diesjährigen Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie. Auch in Ostbayern gab es mehrere Aktionen, etwa bei Jungheinrich in Moosburg, ZF in Thyrnau, Grammer in Kümmersbruck und Electrovac in Salzweg. Am Abend soll auch noch die Spätschicht im größten BMW-Werk in Dingolfing zweieinhalb Stunden früher die Arbeit niederlegen, auch bei BMW in Wackersdorf und dem dortigen Kontraktlogistiker Schnellecke gibt es Warnstreiks. Insgesamt beteiligten sich nach Angaben der IG Metall gut 12.000 Beschäftigte an den Aktionen.

Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, sagte am Freitag: "Mit diesem knackigen Warnstreik-Freitag schicken wir die Arbeitgeber ins Wochenende. Dort können sie die Zeit zum Nachdenken und Besinnen nutzen, ob sie ihren Beschäftigten nicht bald eine Prozentzahl anbieten wollen. Auch Montag wird es in Bayern Warnstreiks geben. Ab Dienstag wird dann eine massive zweite Warnstreikwelle über die bayerischen Betriebe rollen."

BMW bereits am Donnerstag bestreikt

Über 8.000 Warnstreikende haben einer Mitteilung der IG Metall zufolge in den BMW-Werken in München, Regensburg, Landshut und Dingolfing die Bänder für bis zu zweieinhalb Stunden zum Stillstand gebracht. Beteiligt waren auch die Kontraktlogistiker Rhenus und Schnellecke in Regensburg beziehungsweise Landshut, die für An- und Auslieferung von Material und Produkten zuständig sind.

Insgesamt haben sich nach Angaben der IG Metall am Donnerstag bis zum frühen Nachmittag bayernweit rund 16.000 Beschäftigte in 40 Betrieben an den Warnstreiks beteiligt. Beim Flugzeugbauer Premium Aerotec in Augsburg legten demnach 1.450 Beschäftigte vorübergehend die Arbeit nieder, beim Landmaschinenbauer AGCO in Marktoberdorf 1.100 Beschäftigte. An zeitgleichen Warnstreiks von sechs Betrieben im unterfränkischen Bad Neustadt beteiligten sich zusammen 1.500 Beschäftigte.

"Die BMW-Seele kocht. Der Konzern macht einen Rekordgewinn von netto 12,5 Milliarden Euro und hat die Dividende für die Aktionäre verdreifacht. Nur für die Beschäftigten gibt es immer noch kein beziffertes Angebot für eine prozentuale Entgelterhöhung. Die Geduld der Beschäftigten ist jetzt am Ende. Die Arbeitgeber sollten ihre Blockadehaltung in dieser Tarifrunde schleunigst beenden", erklärte Horn bereits am Donnerstag.