Südtirol Italienisch-alpines Flair: Skifahren im Eggental

Sonnenuntergang im Eggental in den Dolomiten mit Blick auf die Rosengartengruppe. Foto: Florian Wende

Carezza ist neben Obereggen eines von zwei Skigebieten im Eggental in Südtirol. Es ist als Familienskigebiet ausgewiesen und wartet mit 41 Pistenkilometern auf Wintersportler.

Der kalte Wind pfeift um die Ohren, als sich der Helikopter dem Boden nähert. Die Kufen setzen auf der Eisfläche auf. Alexander Graf und Christian Berger von GRS Helitours begleiten die Passagiere zum Helikopter und Helfen beim Anschnallen. Keine Minute später erhöht Pilot Patrick Schwarz die Geschwindigkeit, mit der sich die Rotoren drehen. Und bis sich die Passagiere im Helikopter sortiert und Kameras gezückt haben, schwebt der Helikopter schon einige Meter in der Luft.

Wir befinden uns im Skigebiet Carezza in Südtirol, Italien. Der Helikopter hat gerade eine Gruppe abgeholt, denen er auf einer knapp 20-minütigen Tour das Eggental mit seinen wunderschönen Gebirgszügen von oben zeigt. Unten schauen Skifahrer, Snowboarder dem Helikopter nach. Während es für die Passagiere in die Luft geht, geht es für sie auf die Piste.

Die längste Abfahrt ist 7,6 Kilometer

Carezza ist neben Obereggen eines von zwei Skigebieten im Eggental. Es ist als Familienskigebiet ausgewiesen und wartet mit 41 Pistenkilometern auf Wintersportler. Die Hälfte der Pisten ist als blau, also einfach gekennzeichnet. Aber es gibt auch schwarze, anspruchsvolle Pisten. Eine davon, vielleicht die schönste im ganzen Skigebiet, beginnt am höchsten Punkt unterhalb des König-Laurin-Sessellifts. Die schwarze Piste mit der Nummer 20 führt rechts neben dem Lift hinunter und geht dann in eine rote Piste über. An der Bergstation der Laurin-I-Kabinenbahn angekommen folgt man der Talabfahrt 24 (rot, am Ende blau) bis nach Welschnofen. So hat man die längste Abfahrt des Skigebiets genommen. 7,6 Kilometer, anfangs schwarz, dann rot, zum Schluss blau. Ein Skifahrertraum.

Carezza und auch Obereggen locken Wintersportler mit einer 100-prozentigen Schneesicherheit. Wie sie dieses Versprechen einhalten? Das erklärt Georg Eisath. Er ist seit 2008 Präsident des Skigebiets Carezza und Mitgründer der Firma TechnoAlpin, die weltweit Schneekanonen und Beschneiungsanlagen baut. "Wir beschneien jede Saison", sagt er. "Egal, wie viel es geschneit hat." Das Skigebiet ist mit Wasserleitungen durchzogen, die wie Adern alle Pisten erreichen. So kann jeder Teil des Gebiets beschneit werden.

Dieses Beschneien geschieht zu Beginn des Winters, meist im November. Es dauert nur wenige Tage. Dann ist genug Schnee da, nämlich mindestens 60 Zentimeter, für den Rest der Saison. 600 000 Kubikmeter Schnee produziert Georg Eisath jedes Jahr - und das möglichst energiesparend: "Das Beschneien geschieht vollautomatisch und nur bei idealen Temperaturen." Zudem fangen die Pumpen erst das Arbeiten an, wenn der Wirkungsgrad ausreichend hoch ist.

Einmalig im Skigebiet Carezza ist die einzige Pistenraupenfahrerin Südtirols. Sie heißt Martina Blaas und ist 25 Jahre alt. Wie wird man Fahrerin einer Pistenraupe? "Ich bin viel mit Kollegen mitgefahren, das ist mir irgendwann zu langweilig geworden. Ich wollte selber fahren", blickt sie zurück. Zuerst haben sie ihre Kollegen etwas ungläubig angesehen. Aber warum nicht? "Eine Saison ist noch jemand mitgefahren und im letzten Winter durfte ich das erste Mal selbst fahren."

Eine direkte Ausbildung zur Pistenraupenfahrerin gibt es nicht, einen Führerschein sollte man halt haben, schildert sie. Eine Besonderheit ihrer Schneekatze, wie Martina Blaas ihre Pistenraupe nennt: rosa Seitenspiegel. "Die haben mir meine Kollegen umlackiert", sagt sie und lacht. Die 25-Jährige ist eine Person, die Ordnung liebt, daher passt ihr Job, der meist von 17 bis 20 Uhr geht, gut zu ihr. Andere Kollegen sind länger unterwegs. Mit ihrer kleinen Raupe präpariert Martina Blaas die Spuren der Schlepplifte.

Reise-Tipps

Anreise: Mit dem Auto geht es über den Grenzübergang bei Mittenwald/Scharnitz oder Kiefersfelden/Kufstein nach Österreich und über den Brenner nach Südtirol, Italien. Per Bahn geht es über München nach Bozen. Dann mit Linienbus oder Abholdienst ins Eggental.

Unterkunft: Direkt an der Piste im Skigebiet Carezza liegt das Vier-Sterne-Berghotel Moseralm. Es bietet einen großen Wellness-Bereich, ein Hallenbad und einen Fitness-Raum. Weitere Infos unter www.moseralm.com. Insgesamt gibt es im Eggental rund 6 400 Gästebetten.

Helikopter-Flug: Wer die Dolomiten mal von oben erleben möchte, kann das mit GRS Heli Tours machen. Infos dazu unter www.grs-csa.it .

Weitere Informationen zum Eggental unter www.eggental.com, zum Skigebiet Carezza im Internet unter www.carezza.it.

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading

Videos