Südtirol Genuss und Holzschnitzerei in den Dolomiten

Auch beim Wandern kann man die Schönheit der Dolomiten bewundern. Foto: Justina Aksak

Vor rund 250 Millionen Jahren entstanden in Südtirol die Dolomiten. Was man sich heute kaum mehr vorstellen kann: Die imposanten Felsen, die sich optisch deutlich von den Bergen ringsum unterscheiden, waren einst ein Korallenriff im Urmeer. Typisch für die Dolomitenberge ist der Wechsel zwischen schroffem Felsen und grünen Almwiesen. Heute sind sie ein Teil des UNESO-Weltnaturerbes und ein beliebtes Urlaubsziel. Im Sommer erkunden Wanderer, Kletterer und Biker den sonnenverwöhnten Gebirgszug der Alpen. Im Winter können Skifahrer auf 1 200 Kilometer Pisten den Berg herunterbrettern. Doch nicht nur auf Skiern lässt sich die Aussicht auf die Dolomiten genießen.

Mit Bikes den Berg hinab

Fatbikes sind Mountainbikes mit überdimensionierten Gummireifen, die dafür sorgen, dass man gut auf Schnee fahren kann. Ausprobieren können Urlauber diesen neuen Trendsport in Wolkenstein. Bei einer Sonnenaufgangsfahrt mit der Dantercepies-Bahn ist die Piste sogar noch menschenleer. Blickt man zum ersten Mal im Sattel sitzend von oben auf die steile Piste herab, die es gleich zu bezwingen gilt, braucht es tatsächlich erst einmal Mut, um loszufahren. Da aber 98 Prozent der Pisten auch bei spärlichem Schneefall mit Kunstschnee präpariert sind, kann man eigentlich nur weich fallen.

Beim Downhill-Fahren müssen beiden Bremsen - an jedem Lenkergriff ist eine - permanent fest gedrückt werden. Ansonsten würde das Fatbike sehr schnell beschleunigen. Mit der Zeit wird das Bremsen ziemlich anstrengend für die Handmuskulatur. Entspannter sind deshalb Fatbiketouren im flachen Gelände, zum Beispiel auf einer Loipe im Langental bei Wolkenstein. So können Urlauber die landschaftlich eindrucksvolle Natur im Grödental auf dem Fahrradsattel erkunden.

Der Genuss darf nicht zu kurz kommen

Die Grödener sind Genussmenschen. Deshalb gibt es im "Val Gardena Gröden" viele exklusive Restaurants und Hütten mit Gourmetküche. Im "Hotel Gardena" in St. Ulrich befindet sich das Gourmet-Restaurant "Anna Stuben". Hier kreiert Sternekoch Reimund Brunner, dessen neueste Auszeichnung ein Michelin-Stern ist, fantasievolle Gerichte. Seine Kompositionen überzeugen sowohl den Feinschmeckergaumen als auch das kritische Auge. Brunner verwendet bevorzugt einheimische und regionale Produkte. Qualitativ hochwertige Zutaten sind für ihn die wichtigste Voraussetzung für eine gute Küche. Passenden Wein schenkt in "Anna Stuben" der beste Sommelier Südtirols 2014, Franz Lageder, ein.

Selbstgebrauter Gin auf 2.410 Metern Höhe

Die "Sofie Hütte", eine der 16 Hütten im Seceda-Skigebiet, ist mit 2.410 Höhenmetern die höchstgelegene Hütte auf der Seceda-Alm. Serviert werden leckere Tiroler Spezialitäten. Schon um 16 Uhr ist die Hütte gesteckt voll. Besitzer Markus Prinoth hat sich hier den Traum eines eigenen Weinkellers erfüllt - gutes Essen und die Rebensäfte sind seine Leidenschaft. Die "Sofie Hütte" hat ihren Namen von Prinoths Mutter Sofie, der ersten Wirtin. 2003 übernahm Prinoth die Hütte von seinen Eltern.

Besonders stolz ist er auf seinen selbstgebrauten Gin, dem "8025er", dessen Name die Seehöhe der Hütte im Längenmaß Fuß bezeichnet. Prinoth wollte einen Drink kreieren, der authentisch zu seiner Hütte passt. Deshalb hat er ausschließlich heimische Kräuter verwendet, die ab einer Höhe von 2.000 Metern wachsen. Serviert wird der Gin mit aromatischen Wacholderbeeren.

Die Puppenmutter

Weltbekannt sind die Grödner Holzschnitzereien, die eine jahrhundertealte Tradition haben. Die Einheimischen waren früher tüchtige Kaufleute und füllten mit ihrem selbst geschnitzten Holzspielzeug eine Marktlücke. Dadurch ermöglichten sich die Grödner eine Lebensexistenz in den kargen Bergen. Sie fertigten Krippenfiguren, Tiere, Puppen oder Spiele in liebevoller Handarbeit. Um das 18. Jahrhundert lebte bereits ein Großteil der Bevölkerung von diesem Erwerb.

Eine Frau, die mit Leidenschaft der Holzschnitzerei verschrieben ist, ist Judith Sotriffer. Sie hat ihre Werkstatt in St. Ulrich, in der sie einem ganz speziellen Holzspielzeug wieder Leben einhauchte: der Grödner Holzpuppe. Diese verschwand in den 30er-Jahren vom Markt - Sotriffer schnitzt sie seit den 80ern wieder. Die hübschen Puppendamen mit den roten Wangen, blauen Augen, schwarzen Haaren, dem weißen Teint und den klapprigen Gliedern sieht man in der Werkstatt in allen möglichen Größen. Für jede Puppe braucht Sotriffer exakt 100 Arbeitsschritte.

"Frauen gehören nicht in die Werkstatt"

Die 50-Jährige entdeckte schon mit 14 Jahren ihre Leidenschaft für den Werkstoff Holz. Sie machte eine Lehre zur Bildhauerin - in einer Klasse mit zwölf Jungs. "Damals hieß es, Frauen gehören hinter den Herd und nicht in die Werkstatt", erinnert sich Sotriffer. Wer der "Puppenmutter" dabei zusieht, wie sie vorsichtig eine Pinocchio ähnliche Holzfigur aus einem Regal nimmt und ihr zufrieden ins Gesicht lächelt, merkt sofort, wie viel Herzblut in ihren Schnitzereien steckt.

Reise-Informationen

Das dreisprachige und 25 Kilometer lange Grödental im Nordwesten der Südtiroler Dolomiten umfasst die drei Gemeinden St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein mit etwa 10.000 Einwohnern. Die Inbetriebnahme der Lifte findet für die Wintersaison 2017/18 am 6. Dezember statt.

Anreise mit dem Auto: Das Straßennetz Grödens ist direkt mit der Brenner-Autobahn (A22) verbunden. Von Norden kommend, folgt man der Strecke Innsbruck - Brenner - Klausen.

Anreise mit der Bahn: Gröden ist mit Intercity- und Eurocity-Zügen zu erreichen. Alle halten in Bozen oder Brixen, einige auch in Klausen.

Weitere Informationen

Info Gröden

Tel. +39 04 71 77 77 77

info@valgardena.it

www.facebook.com/VGardena

www.valgardena.it

 
 

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