Studienergebnis Straubinger Verbraucher nutzen Bio-Beutel aus Supermarkt auch für Müll

Die in vier Straubinger Supermärkten angebotenen, kompostierbaren Beutel für Obst und Gemüse sind von zahlreichen Verbrauchern als Müllbeutel weiterverwendet worden. (Symbolbild) Foto: Sven Hoppe/dpa/dpa

Zweifache Nutzung: Die in vier Straubinger Supermärkten angebotenen, kompostierbaren Beutel für Obst und Gemüse sind dem Wirtschaftsministerium zufolge von zahlreichen Verbrauchern als Müllbeutel weiterverwendet worden. Das sei das Ergebnis eines einjährigen Pilotprojektes, hieß es. Dieses fand unter Federführung des Centralen Agrar-Rohstoff-Marketing- und Energie-Netzwerkes (CARMEN) in der niederbayerischen Stadt statt und gilt als deutschlandweit einzigartig.

Den Verbrauchern waren gratis Bio-Beutel in den Ost- und Gemüse-Abteilungen von vier Supermärkten zur Verfügung gestellt worden. Insbesondere ältere Kunden hätten die Beutel genutzt, jüngere meist ganz auf Beutel zum Verpacken von losem Obst und Gemüse verzichtet. Die Mehrheit der Nutzer wiederum habe die Beutel dann auch zur Entsorgung von Küchenabfällen verwendet. Die biologisch abbaubaren Beutel hätten bei den Verbrauchern die Bereitschaft zur Bioabfallsammlung erhöht, hieß es.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sagte das Modellprojekt stelle unter Beweis, "dass unsere Strategie, eine biobasierte, nachhaltige Wirtschaftsweise zu entwickeln, der richtige Weg ist". Der Bio-Beutel schone fossile, endliche Ressourcen und fördere zugleich die natürlichen Stoffkreisläufe. Zudem verringerten die Beutel die Verschmutzung von Ackerböden mit gefährlichem Mikroplastik.

Aiwanger hofft, dass viele Städte dem Beispiel Straubings folgen und dass weitere kommunale Abfallentsorger den Beutel als Biomüll zulassen. Einem Ministeriumssprecher zufolge sind in Italien, Frankreich und Österreich nur noch Beutel zugelassen, die aus nachwachsenden Rohstoffe hergestellt und biologisch abbaubar sind. Die in Straubing verwendeten Beutel bestehen unter anderem aus Maisstärke und verrotten innerhalb von sechs Wochen.

Das Projekt ist Teil der bayerischen Bioökonomiestrategie mit mehr als 50 Maßnahmen für eine biobasierte Ökonomie.

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