Studie der Ruhr-Universität Bochum Gurgeln gegen Corona? Forscher machen Hoffnung

Mundwasser rein, virenfrei sein? Manches spricht laut einer Studie dafür – ganz so einfach ist es aber dann auch wieder nicht. (Symbolbild) Foto: Andrey Popov/imago

Es klingt zu schön, um wahr zu sein: Mit handelsüblicher Mundspülung Covid-19-Viren schon im Mund abtöten – durch bloßes Gurgeln. Und doch deutet eine Studie der Ruhr-Universität Bochum darauf hin, dass da etwas dran sein könnte. 

"Sars-Cov-2-Viren lassen sich mit bestimmten handelsüblichen Mundspülungen inaktivieren." So lautet das Fazit der Studie, die ein Forschungsteam der Ruhr-Universität Bochum (RUB) bereits Anfang August in einer Pressemitteilung bekanntgab. Die Virologen hatten gemeinsam mit Kollegen aus Jena, Ulm, Duisburg-Essen, Nürnberg und Bremen acht Mundspülungen mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen getestet, die in deutschen Apotheken und Drogeriemärkten erhältlich sind.

Am Donnerstagabend bezog sich auch der Hygienefacharzt Klaus-Dieter Zastrow in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner" auf die Studie. Was er zu sagen hatte, sehen Sie im Video:

 

In drei Fällen keine Viren mehr

Die Wissenschaftler der RUB mischten die Mundspülung mit Viruspartikeln und einer Substanz, die den Effekt des Speichels im Mund nachstellen sollte. Das Gemisch wurde dann für 30 Sekunden geschüttelt, um den Effekt des Gurgelns zu simulieren. Es zeigte sich, dass alle getesteten Mittel die Virenzahl reduzierten – drei Mundspülungen sogar so weit, dass nach 30 Sekunden kein Virus mehr festzustellen war. Ob dieser Effekt sich in der klinischen Praxis bestätige und wie lange er anhalte, müsse nun in weiteren Studien untersucht werden, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Ist das jetzt ein Wundermittel?

Die Autoren weisen zudem darauf hin, dass Mundspülungen nicht zur eigentlichen Behandlung von Coronavirus-Erkrankungen geeignet sind. „Das Gurgeln mit einer Mundspülung kann nicht die Produktion der Viren in den Zellen hemmen“, erklärte Studienleiter Toni Meister. Es könne aber möglicherweise die Viruslast kurzfristig dort senken, wo das größte Ansteckungspotenzial herkommt – nämlich im Mund-Rachen-Raum. "Das könnte in bestimmten Situationen, etwa beim Zahnarzt oder bei der medizinischen Versorgung von Covid-19-Patienten, nützlich sein", sagte der RUB-Forscher. Erneut kein Corona-Wundermittel also – aber immerhin.

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