Strenge Auflagen, schwierige Umsetzung Am Montag öffnen die Freibäder ... oder doch nicht?

Viele Menschen in Bayern freuen sich schon auf den Sprung ins kühle Nass. Doch in manchen Städten wie in Straubing oder Landshut müssen sich die Wasserratten noch etwas gedulden. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/dpa

Viele haben sehnsüchtig darauf gewartet, ab Montag ist es soweit: Die Freibäder dürfen in Bayern wieder öffnen. Doch wenige Tage davor macht sich Ernüchterung breit: Nicht alle Bäder in der Region starten am 8. Juni gleich in die Badesaison. 

Lange mussten die Badbetreiber warten, seit Freitag ist sie da, die Verordnung, die besagt, unter welchen Bedingungen die Freibäder am kommenden Montag wieder öffnen dürfen. Dabei muss für jedes Freibad ein Hygienekonzept vorliegen, das die Vorgaben der Staatsregierung berücksichtigt.

Während einige kleinere Freibäder wie in Bogen oder Cham gleich am Montag in die Saison starten, zeigen sich die Betreiber der größeren Bäder eher verhalten – und öffnen teilweise erst mit mehreren Wochen Verspätung.

West- und Wöhrdbad öffnen an Fronleichnam

In Regensburg beginnt die Freibadsaison am 11. statt am 8. Juni. Dann dürfen Badefans die Freibadbereiche des Westbades und des Wöhrdbades wieder nutzen, wie das Stadtwerk am Mittwoch mitteilt. Beide Bäder werden täglich zwischen 7 und 20 Uhr geöffnet sein. Dabei soll es zwei feste Badezeiten geben: Einmal zwischen 7 und 13 Uhr und einmal zwischen 14.30 und 20 Uhr. Dazwischen wird das Freibad dem Stadtwerk zufolge gründlich gereinigt.

Wer ab kommenden Donnerstag in Regensburg in eines der beiden Freibäder möchte, muss künftig für einen bestimmten Zeitraum ein Ticket vermutlich online kaufen. Damit sollen Warteschlangen und Menschenansammlungen vermieden werden, erklärt ein Sprecher des Stadtwerks. Ein Bruchteil der Karten werde aber dennoch weiterhin an den Kassen verkauft. Kinder unter 14 Jahren dürfen dann generell nur in Begleitung Erwachsener ins Bad.

Auch die Anzahl der Gäste, die sich gleichzeitig im Freibad aufhalten, ist begrenzt: Im Westbad sind maximal 500 Badegäste erlaubt, im Wöhrdbad werden es 400 sein.

Badgäste müssen sowohl auf den Liegewiesen als auch im Wasser den Mindestabstand einhalten. Mitarbeiter der Bäder sollen dies regelmäßig kontrollieren. Die Rutschen und Sprungtürme bleiben vorerst geschlossen. Die Spielplätze und das Volleyballfeld dürfen im Westbad jedoch genutzt werden.

Mit Hinweisschildern in den Eingangsbereichen wird den Besuchern außerdem erklärt, wo die Maskenpflicht gilt und welche weiteren Regeln beim Badbesuch gelten. „Wir werden natürlich alle Regeln und Modalitäten permanent auf den Prüfstand stellen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen“, erklärt Stadtwerk-Geschäftsführer Manfred Koller.

Landshuter Freibad eröffnet nicht vor 15. Juni

Die Stadtwerke Landshut hätten sich ein wenig mehr Vorlaufzeit gewünscht, um die Vorgaben der Regierung umsetzen zu können. „Das Freibad innerhalb von ein paar Tagen zu öffnen, ist unter den Umständen allein technisch schon nicht möglich“, sagt Pressesprecherin Susanne Franck. Frühestens am 15. Juni könne das Freibad nach derzeitigen Überlegungen in Landshut wieder öffnen.

Im Gegensatz zu anderen Bädern setzt man hier nicht auf ein Blocksystem, sondern auf ein digitales Zählsystem. „Das werden wir an den Ein- und Ausgängen installieren. So können wir genau zählen, wie viele Menschen sich gerade im Freibad aufhalten.“ Im Moment gehe man davon aus, dass die Besucherzahl auf voraussichtlich 1.000 Personen gleichzeitig beschränkt sein werde, um den nötigen Mindestabstand einhalten zu können.

Gegenüber dem Blocksystem, bei dem die Badegäste vorab für einen Zeitraum Tickets buchen müssen, versprechen sich die Landshuter Stadtwerke durch das Zählsystem den Vorteil, dass nur die Menschen gezählt würden, die sich tatsächlich im Freibad befinden und nicht nur diejenigen, die ein Ticket buchen und dann möglicherweise gar nicht ins Freibad kommen.

„Wir planen auch, dieses digitale Zählsystem in die Webseite zu integrieren. So kann jeder online nachsehen, ob sich der Weg ins Freibad überhaupt lohnt“, sagt Franck. Auch am Eingang des Bades soll ein Bildschirm darüber Auskunft geben, wie viele Menschen sich gerade im Freibad aufhalten.

Schwieriger werde es, die Zahl der Badegäste in den Becken zu regulieren. „An mäßig warmen Tagen ist das kein Problem, aber an heißen Tagen wird es schwierig“, so die Pressesprecherin. Auch hier soll zumindest an einem Becken das digitale Zählsystem zum Einsatz kommen. Wie das Zählen bei den anderen Becken funktionieren soll, ist den Stadtwerken zufolge im Moment noch nicht sicher.

Später Startschuss im Aquatherm in Straubing

„Wir werden zum 8. Juni noch nicht aufmachen“, sagt der Geschäftsführer der Stadtwerke Straubing, Helmut Kruczek, auf Nachfrage des Straubinger Tagblattes. Man habe bereits früh damit begonnen, ein Hygienekonzept zu erstellen, doch um die Vorgaben der Regierung umsetzen zu können, seien aufgrund der Größe des Aquatherms weitere drei bis vier Wochen Vorbereitungszeit nötig. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in einer Pressemitteilung mit.

Ähnlich wie in Regensburg sollen Blockzeiten von 9 bis 14 Uhr und 15 bis 20 Uhr eingerichtet werden, zwischen denen das Freibad gereinigt wird. Maximal 500 Badegäste sind dann gleichzeitig erlaubt.

Um Warteschlangen zu vermeiden, können auch in Straubing über ein Online-Reservierungssystem Tickets vorab gebucht und bezahlt werden.

Während Duschen und Sammelumkleiden geschlossen bleiben, haben sich die Stadtwerke für die Öffnung der Rutschen und Sprungtürme entschieden. Dort muss jedoch der notwendige Abstand eingehalten werden.

Voraussichtlich ab dem 29. Juni sollen die Wassersportvereine die Maßnahmen im Rahmen eines Probebetriebs testen. Ab 3. Juli soll das Freibad dann wieder für alle geöffnet werden.

Elypso: Termin für Öffnung noch nicht fix

Auch für die Betreiber des Elypso ist die Vorlaufzeit zu kurz. Wie Betriebsleiter Johann Dollmaier gegenüber dem Donau-Anzeiger sagt, verzögert sich die Öffnung, weil das Elypso in der Corona-Krise komplett stillgelegt wurde. Erst seit kurzem sind die Becken wieder gefüllt, das Wasser wird im Moment beprobt.

Daneben bereiten die Betreiber des Bades derzeit ihr Schutz- und Hygienekonzept vor. Auch hier orientierte man sich am Blocksystem und wird die Gäste voraussichtlich schichtweise in das Freibad gehen lassen. Dazwischen werde das Bad dann gereinigt.

Wer in Deggendorf künftig ins Freibad gehen möchte, muss vermutlich vorab reservieren. Auch die Anzahl der Badegäste, die sich gleichzeitig im Bad aufhalte müsse beschränkt werden. Das Schwimmerbecken soll zudem auf zwei Bahnen aufgeteilt werden: Auf der einen schwimmt man vor, auf der anderen zurück.

Das finale Konzept soll laut Dollmaier bei einem gesonderten Pressetermin vorgestellt werden. Bis dahin könnte auch der Öffnungstermin fix sein - „es wird nicht mehr lange dauern, wir werden bald aufsperren.“

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