Straubinger Tiergarten Tierrechtler drohen mit Anzeige wegen Schimpansen Lutz

Schimpanse Lutz in seinem Gehege. Am Schicksal des Straubinger Schimpansen entzündet sich derzeit die Emotionen vieler Tierrechtler. Foto: Christoph Urban

Zahlreiche Tierrechtsorganisationen gehen derzeit mit der Geschichte des Straubinger Schimpansen Lutz an die Öffentlichkeit – verbunden mit harscher Kritik gegenüber dem Tiergarten. Jüngst ist die „Aktionsgruppe Tierrechte Bayern“ damit hervorgetreten. Was sind die Ziele der Organisation?

Bereits seit längerem ist nach Aussage der Verantwortlichen klar, dass der Schimpanse Lutz den Tiergarten Straubing verlassen muss. Wie Tiergartendirektor Wolfgang Peter gegenüber idowa bestätigt, steht der Affe seit 2018 beim Europäischen Erhaltungszucht-Programm (EEP) auf der Warteliste für eine Verlegung. Zu diesem Zeitpunkt war bei seinem Gefährten Alfons eine unheilbare Krankheit entdeckt worden. Es war klar, dass Alfons nicht mehr lange leben würde.

Vor fünf Monaten wurde Alfons eingeschläfert. Zurück blieb Lutz, als letzter Schimpanse von Straubing. Eine schwierige Situation, sagt Tiergartendirektor Wolfgang Peter. Denn als von Natur aus gesellige Tiere dürfen Menschenaffen eigentlich nicht alleine gehalten werden: „Wir beschäftigen uns sehr intensiv mit ihm. Unsere Pfleger kommunizieren und spielen viel mit ihm.“ Einen Artgenossen ersetzen könne das freilich nicht.

Schreiben ging nicht an den Tiergarten

An Lutz Situation haben zwischenzeitlich zahlreiche Tierrechtsorganisationen Anstoß genommen. Sie werfen dem Straubinger Tiergarten die nicht artgerechte Einzelhaltung vor – den Zustand also, den Zoo und Direktor selbst nach eigener Aussage lieber heute als morgen beenden würden. Jüngst hat sich die "Aktionsgruppe Tierrechte Bayern" in einer Anfrage an die Stadt gewandt. Indirekt fordert die Organisation die Stadt zum Handeln auf, mit Formulierungen wie „Ist Ihnen die tierschutzwidrige Haltung bekannt und was planen Sie, dagegen zu unternehmen?“ Die Anfrage ging parallel an die Medien, zum Teil wurde sie dort publiziert. Den Tiergartendirektor hat die Aktionsgruppe anscheinend außen vor gelassen. Ihm liege das Schreiben bis dato nicht vor, erklärte Wolfgang Peter auf Nachfrage. Auch persönlich habe sich beim ihm niemand aus den Reihen der Tierrechtsorganisation gemeldet.

Lesen Sie im zweiten Teil des Artikels, welche Konsequenzen die „Aktionsgruppe Tierrechte“ angekündigt hat – und wie die Tiergartenleitung Stellung nimmt.

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