Straubinger beim ERC Ingolstadt Jonas Stettmer: "Hey, du hast gerade DEL gespielt"

Das erste DEL-Spiel und der erste Profivertrag: der Straubinger Torhüter Jonas Stettmer in Diensten des ERC Ingolstadt hat in den vergangenen Monaten zwei Highlights seiner noch jungen Karriere erlebt. Foto: imago
Das erste DEL-Spiel und der erste Profivertrag: der Straubinger Torhüter Jonas Stettmer in Diensten des ERC Ingolstadt hat in den vergangenen Monaten zwei Highlights seiner noch jungen Karriere erlebt. Foto: imago

Der gebürtige Straubinger Jonas Stettmer hat am letzten Spieltag der letzten Saison sein erstes DEL-Spiel bestritten. Kürzlich hat der Goalie seinen ersten Profivertrag beim ERC Ingolstadt unterschrieben.

Jonas Stettmer hat das Geschehen vom 8. März noch genau im Kopf. Es ist der letzte Spieltag der Hauptrunde in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Der ERC Ingolstadt hat die Grizzlys Wolfsburg zu Gast. Weil Ersatz-Goalie Jochen Reimer verletzt ist, nimmt der junge Goalie den Platz auf der Ingolstädter Bank ein. Es ist noch nicht lange gespielt, ehe sich auch Timo Pielmeier verletzt – jetzt schlägt die Stunde von Jonas Stettmer. Er kommt, als erster Spieler überhaupt aus dem Ingolstädter Nachwuchs, in der DEL zum Einsatz. Knapp zehn Minuten steht er auf dem Eis, kassiert kein Gegentor. Alles gut. Dann kann Pielmeier aufs Eis zurückkehren.

„Ich kann mich noch an alles genau erinnern“, sagt Stettmer einige Monate später im Gespräch mit idowa. „Das war eine super Sache für mich, ein einmaliges Erlebnis.“ Es waren leider nur zehn Minuten, wie er anfügt. „Aber das Wichtigste war, dass sich Timo nicht schwerer verletzt hat.“ Dass er sein erstes DEL-Spiel absolviert hatte, so Stettmer rückblickend, habe er aber erst verspätet realisiert. „Nach dem Spiel, nach den Interviews habe ich mir dann gesagt: Hey, du hast gerade DEL gespielt.“

Jonas Stettmer ist ein gebürtiger Straubinger. Hier hat er auch seine ersten Schritte auf dem Eis unternommen. Erst in der Laufschule, dann zwei Jahre im Nachwuchs, ehe er nach Regensburg weiterzog und 2015 ins Internat nach Ingolstadt wechselte. Anfangs war er noch Feldspieler, ein Muss, um das Schlittschuhlaufen zu lernen. „Aber eigentlich wollte ich schon immer ins Tor“, sagt Stettmer. „Die Bewegungen, die Ausrüstung, das hat mich immer schon begeistert.“ Auch im Fußball hat sich der heute 18-Jährige versucht, als er sich für eine Sportart entscheiden musste, fiel ihm das aber nicht schwer: „Ich fand Eishockey schon immer cooler, es hat mir einfach mehr Spaß gemacht.“

Erster Profivertrag: "Natürlich stolz"

Vor wenigen Wochen hat sein Verein ERC Ingolstadt kommuniziert, dass Stettmer seinen ersten Profivertrag bei den Schanzern unterschrieben hat. „Darauf bin ich natürlich stolz, das ist mit einer Riesenfreude verbunden“, sagt Stettmer. Er ist aber im Kopf klar genug, um einzuordnen, dass der Weg zum Stammtorhüter in der DEL noch ein weiter ist. Denn Stettmer soll kommende Saison zunächst bei den Starbulls Rosenheim, dem Oberliga-Kooperationspartner des ERCI, Spielpraxis sammeln. „Das ist der logische nächste Schritt für mich“, schätzt Stettmer ein.

In Rosenheim will er sich durchsetzen, sein Konkurrent dort heißt Andreas Mechel. „Ich erwarte, dass ich Erfahrungen im Profibereich sammeln und viel lernen kann“, blickt Stettmer voraus. „Ich will aber auch möglichst viel Spielpraxis sammeln.“ Dafür will er sich im Training und bei den Einsätzen beweisen: „Der Bessere soll und wird spielen, ganz einfach.“ Das passt ganz zu dem Charakter, als der er sich selbst beschreibt: „Ich bin ein sehr zielstrebiger Typ und ein schlechter Verlierer.“

Schwitzen im Fitnessstudio

Um die nächsten Schritte zu gehen, kann sich Stettmer nach eigener Einschätzung noch in vielen Punkten verbessern. „Das Spiel und die Spieler lesen oder das Stellungsspiel zum Beispiel“, sagt er. Um daran zu arbeiten, muss er sich noch etwas gedulden, denn in Ingolstadt können sie noch nicht aufs Eis, aktuell schwitzen Stettmer und Co. noch im Fitnessstudio. Danach sieht der Plan vor, dass Stettmer die meiste Zeit in Rosenheim verbringt, aber hin und wieder auch beim DEL-Team mittrainiert, wie der Goalie erklärt.

Bei einem gebürtigen Straubinger, der nach eigener Aussage nach wie vor sehr viel Zeit zu Hause mit der Familie und den Freunden verbringt, stellt sich freilich die Frage, ob es ein Traum sei, irgendwann auch in der Heimatstadt auf dem Eis zu stehen. „Mein langfristiges Ziel ist, es in die DEL zu schaffen, das will ich in Ingolstadt schaffen. Aber in der Heimat DEL zu spielen wäre sicher auch ein Traum für mich.“ Wie es sich anfühlt, in der DEL auf dem Eis zu stehen, weiß Stettmer seit dem 8. März – und er hat Blut geleckt.

 

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