Vor seiner Zeit im Straubinger Tiergarten bereiste Johannes Lange mit seinen Zirkus-Löwen die Welt.

Hätte der Zufall im Sommer 1941 Johannes Lange nicht nach Straubing geführt, vielleicht gäbe es in der Stadt heute keinen Tiergarten mehr. Dem Engagement und Geschick seines ersten Direktors war es zu verdanken, dass der erst Ende der 1930er-Jahre entstandene Zoo den Zweiten Weltkrieg und die schwierige Zeit danach überstand. Zugute kamen Lange dabei seine Erfahrungen und Kontakte, die er als Löwen-Dompteur erworben hatte. Denn bevor er in Niederbayern sesshaft wurde, hatte Lange unter dem Künstlernamen Rocasimi ein abenteuerliches Leben geführt. Als Clown, der in der Manege auf Raubkatzen ritt, oder auch als Tierdresseur bei großen Kinoproduktionen.

Der Zufall, das war im Sommer 1941 ein Aufenthalt des Zirkus Europa in Straubing. Zu dieser Zeit war Johannes Lange als dessen Dompteur in einer misslichen Lage. Während der Tournee ließen Tod und Krankheit seine Löwengruppe schrumpfen. Sein berufliches Auskommen war in Gefahr. So berichtete das Straubinger Tagblatt im Juli über die erste Vorstellung des Zirkus Europa in der Stadt: "Bedauerlich ist die Tatsache, daß die Raubtierdressur ausfallen muß; denn dadurch, daß ein Löwe eingegangen und ein zweiter erblindet ist, wurde die Gruppe gesprengt." Es war also auch für Lange selbst eine glückliche Fügung, dass er in Straubing seine Dienste anbieten konnte. Noch im selben Jahr stellte die Stadt den Zirkusmann als Tierpfleger ein. 1943 sollte er dann nach einigem Hin und Her zum Direktor befördert werden.

Den vollständigen Artikel lesen Sie auf idowa+ oder in Ihrer Tageszeitung vom 13. Oktober 2018.