Die veränderten Rahmenbedingungen in der Schulausbildung erfordern auch von den Sportvereinen in Straubing ein Umdenken, wenn sie weiter so erfolgreich sein wollen, wie bisher. Denn kaum eine Stadt mit 45.000 Einwohnern verfügt über eine derart hohe Dichte an Leistungssport orientierten Vereinen wie Straubing. Drei Sportarten wollen die Talentförderung nun weiter intensivieren.

Das ist nur möglich, wenn Schule und Sport Hand in Hand gehen. Genau das wollen der BVV Leistungsstützpunkt Volleyball beim FTSV Straubing, der EHC Straubing und der Boxclub Straubing nun verbessern. Mit Hilfe eines Sportinternats soll es gelingen, dass sportlicher und schulischer Erfolg Hand in Hand gehen. Und das für Sportler aus der Stadt Straubing und auch aus der Region Straubing-Bogen.

Das Sportinternat soll zum einen jungen Talenten aus ganz Bayern die Möglichkeit bieten in Straubing zu trainieren und gleichzeitig auch die Schule erfolgreich zu meistern. "Dafür haben wir in Straubing perfekte Bedingungen", erklärt Rupert Hafner vom BVV Leistungsstützpunkt Volleyball. "In Straubing gibt es alle Schularten und Sportstätten auf engem Raum", so Hafner. Er plant gemeinsam mit Hans Buchmeier von BC Straubing und den beiden Vorsitzen des EHC Straubing Erich Schüller und Ralf Zwickl ein Sportinternat.

Das soll zum einen ein Internat mit Übernachtung sein, andererseits aber auch für Talente aus Straubing und der Region als Tagesinternat genutzt werden können. "Unser Ziel ist es, dass wir die Sportarten in den Unterricht integrieren und nach dem gemeinsamen Mittagessen und der Hausaufgabenbetreuung allgemeine Sporteinheiten anbieten, bevor es dann am Abend zum sportartspezifischen Training in den Vereinen kommt", erklärt Hafner das Grobkonzept des Internats. Für Ralf Zwickl, dem stellvertretenden Vorsitzenden des EHC böte das den Talenten aus der Region die Möglichkeit an allen Trainingseinheiten teilzunehmen. "Bisher ist es so, dass die Spieler davon abhängig sind, ob sie von ihren Eltern zu den Trainings gefahren werden können." Doch auch wenn der Internatsbetrieb eine Entlastung für die Eltern bietet, "wollen wir im Internat die Sportler fördern, welche die Qualifikation und den Willen für den Leistungssport mitbringen", so Zwickl. Gemeinsam mit Rupert Hafner vom Volleyball Leistungsstützpunkt und Hans Buchmeier vom BC Straubing besteht Einigkeit darüber, dass ein solches Internat nur gemeinsam mit Stadt, Landkreis, Verbänden und Unterstützern aus der Privatwirtschaft möglich ist.

Zudem ist es den drei Beteiligten wichtig, dass es ein sportartübergreifendes Internat wird. "Gemeinsam sind wir stark", so Buchmeier. "Durch die Kooperation ist es uns möglich junge Talente sportartunabhängig zu sichten und für sie die passende Sportart zu finden", erklärt Buchmeier. Zwickl fügt an: "Zudem ergeben sich durch die Kooperation mit anderen Sportarten Synergieeffekte. So kann jede Sportart von den Trainingsmethoden der anderen Sportarten profitieren und die Sportler erleben auch den Alltag anderer Sportarten neben der eigenen." Das Leben im Internat würde zudem einen wichtigen Teil zur Entwicklung der sozialen Kompetenz bei den Sport-Talenten der Region beitragen.

Doch das Projekt Sportinternat steht vorerst noch unter "Finanzierungsvorbehalt". Derzeit arbeiten die drei Partner an der Entwicklung des Konzepts. In dieses wollen sie von Beginn an auch die Stadt Straubing, den Landkreis Straubing-Bogen und die Privatwirtschaft einbinden. Dabei steht man noch am Anfang. "Wir sind gerade dabei für unsere Idee bei Stadt-, Landkreis und Unternehmern zu werben", so Hafner. "Wir hoffen, dass unser Sportart unabhängiges Konzept möglichst viele Entscheider dazu bewegt unser Projekt mit Leben zu erfüllen."

Wenn alles gut läuft, dann könnte das Sportinternat möglicherweise bereits zum Start des nächsten Olympiazyklus 2016 starten. "Doch dafür muss wirklich alles passen. Eine Räumlichkeit gefunden und die Finanzierung über Jahre hinweg gesichert sein", erklären Rupert Hafner, Hans Buchmeier, Erich Schüller und Ralf Zwickl unisono. Eine gute Idee, welche die Sportarten und die Region weiter stärken würde ist es aber bereits jetzt schon ohne Zweifel. Das findet auch Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr: "Ich freue mich sehr, dass sich zu diesem Thema hier verschiedene Sportarten bzw. Sportvereine solidarisieren. Man muss sich sicherlich dieser Aufgabe nun annehmen, allerdings können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht leichtfertig Versprechungen machen."