Straubing unterliegt Wolfsburg Tigers mit folgenschweren Fehlern

Da keimte wieder Hoffnung auf: Den anfänglichen Wolfsburger Sturmlauf konterten die Straubinger bereits in der 7. Minute mit dem 2:1-Anschluss durch Travis St. Denis (2.v.re., hier mit Taylor Leier). Am Ende hat's freilich nicht ganz gereicht, weil die Grizzlys im Schlussabschnitt kräftiger zubissen als die Tigers. Foto: Gora/PIX-Sportfotos

Die Straubing Tigers mussten am Freitagabend in Wolfsburg eine 3:4-Pleite hinnehmen. Gegen den direkten Verfolger in der DEL-Tabelle lagen die Niederbayern früh mit 0:2 zurück, kämpften sich aber schnell wieder in die Partie hinein und gaben diese erst im Schlussdrittel durch individuelle Fehler aus der Hand. In einer engen Schlussphase sorgte dann das Schiedsrichtergespann mit einer fälschlich ausgesprochenen Strafe gegen Taylor Leier dafür, dass es nicht noch spannender wurde.

Erneut umbauen musste Tigers-Coach Tom Pokel sein Team in der Defensive: Während Stephan Daschner nach Erkrankung in die Startaufstellung zurückkehrte, fielen mit Brandon Manning und Cody Lampl zwei Stammkräfte aus. So durfte Ian Scheid wieder mitmischen. Im Gehäuse erhielt Hunter Miska den Vorzug vor Florian Bugl.

Nach siebeneinhalb wilden ersten Minuten in Niedersachsen stand es im Duell Fünfter gegen Vierter bereits 2:2. Die Tigers hatten sich früh einen 0:2-Rückstand eingefangen. Doch nach einer Auszeit von Trainer Tom Pokel und zwei schnellen Treffern hatten die Niederbayern eine passende Antwort gefunden. "Er hat uns gesagt, dass wir härter spielen müssen, wieder von null anfangen und den Kopf frei bekommen", so Angreifer Joshua Samanski gegenüber MagentaSport in der ersten Drittelpause.

Erste Auszeit nach vier Minuten

Aber der Reihe nach: Zunächst war Lucas Dumont der Tigers-Defensive enteilt und von Benedikt Kohl nur noch per Stockfoul zu stoppen - den fälligen Penalty verwandelte Tyler Morley gekonnt zum frühen 1:0 für die Grizzlys (3.). Die Niederbayern waren in den Folgeminuten etwas von der Rolle, was Trevor Mingoia per Rebound-Treffer zum 2:0 eine gute Minute später ausnutzte. Pokel nahm daraufhin bereits in der vierten Spielminute eine Auszeit und rief seine Truppe zur Besinnung. Nach einem Puckverlust der Niedersachsen an der Mittellinie ließ sich Travis St. Denis nicht mehr einfangen und verkürzte auf 1:2. Und auch die Niederbayern wussten, wie ein Doppelschlag geht: Keine 60 Sekunden später überraschte Mike Connolly seinen ehemaligen Teamkollegen Strahlmeier mit einer scharfen Hereingabe, die dieser ins eigene Tor lenkte.

So verrückt und torreich der Start in die Partie war - wer nun auf ein Torspektakel gehofft hatte, wurde enttäuscht. Beide Mannschaften fingen nun an, gewissenhaft zu verteidigen. Die Folge davon war, dass das 2:2 bis zur zweiten Drittelpause Bestand hatte. Wäre Straubing im zweiten Abschnitt der nicht unverdiente Führungstreffer gelungen, hätte das Spiel wohl einen anderen Ausgang genommen…

Der Start in den Schlussabschnitt gehörte klar den Niedersachsen. Und nachdem die Tigers-Defensive ins Schwimmen geraten war, musste Morley bei seinem zweiten Treffer nur noch ins leere Tigers-Tor zur 3:2-Führung einschießen.

Wenig später sorgte ein Bruch der Scheibe an der Seite der Eisfläche dafür, dass die Partie über 20 Minuten lang unterbrochen war. Als es dann endlich weiterging, waren es zunächst die Straubinger, die sich ein optisches Übergewicht erarbeiten konnten. Und als die Abwehr, diesmal in Person von Stephan Daschner, einmal unaufmerksam war, waren die Grizzlys sofort zur Stelle. Philipp Mass erhöhte für die Gastgeber - die Vorentscheidung.

Doch locker ließen die Gäste wie gewohnt nicht - nach einem Doppelpass-Spielzug zwischen St. Denis und Mark Zengerle konnte Letzterer verkürzen. Mit dem knappen Rückstand von 3:4 ging es in die Schlussminuten, in denen Straubing nach einer Strafe wegen Spielverzögerung gegen Wolfsburgs Dustin Jeffrey mit sechs gegen vier Spieler agieren konnte. Aber nur für zehn Sekunden: Dann schickte das Schirigespann nämlich Tigers-Stürmer Taylor Leier vom Eis, nachdem dieser von einem Wolfsburger Verteidiger in den anderen gestoßen worden war, woraufhin Letzterer zu Boden ging. Eine offensichtliche Fehlentscheidung - die den Gästen in der Schlussminute den Wind aus den Segeln nahm.

"Die Niederlage hatte schon etwas mit unserem Start zu tun, doch Wolfsburg ist eine starke Mannschaft", gab es Lob für den Gegner von Parker Tuomie, der die "kleinen individuellen Fehler" als Grund für die Niederlage ausmachte: "Wolfsburg hat diese heute eiskalt ausgenutzt." Am Sonntag treffen die Tigers um 16.30 Uhr im heimischen Stadion auf die Düsseldorfer EG, die ihr Derby am Freitagabend gegen Köln mit 3:2 gewann und damit den Rückstand auf die Tigers ebenfalls verkürzte. Für die Niederbayern steht damit schon das nächste richtungsweisende Spiel an.

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