Straubing Starkregen bringt geplantes Baugebiet Kagers wieder in die Diskussion

Überschwemmt: 20 Minuten reichten, und auch der Kreuzweg in Kagers war überflutet. Foto: ta

20 Minuten reichten und schon stand Kagers beim jüngsten Starkregen unter Wasser. Was bedeutet das für das geplante Baugebiet?

Kürzlich hat ein Vater ein Video auf Facebook gestellt: Neun Sekunden am Kindergarten in Kagers, und man kann sagen, dass das Video ein ziemlicher Hit geworden ist. Mehr als 11.000 Klicks, über 150 Mal geteilt, sein bisher erfolgreichstes Video. Es war aber nicht über kleine Kindergartenkinder, denen lustige Dinge mit Katzen passieren. Es war ein Neun-Sekunden-Video, auf dem man die ungläubig-staunenden Worte „des glaubt dir koana“ hört und ein Hochwasser sieht, das urplötzlich, von jetzt auf gleich, auf der Helfrich-Straße vor dem Kindergarten war. Das war am Mittwoch vor einer Woche.

Zwanzig Minuten vielleicht hat es geregnet, es war gegen 15 Uhr. „Irgendwann haben wir rausgschaut“, sagt eine Kindergärtnerin, „da war alles unter Wasser; der Gully hat’s halt nimmer gschafft.“ Eine halbe Stunde später war’s wieder weg. In der Nachbarschaft waren ein paar Keller unter Wasser. „Wenn die Abwasserrohre voll sind“, sagt eine Anwohnerin, „dann druckt’s das zu uns her.“ Es war nicht sehr dramatisch, knöcheltief nur. Aber auch knöcheltief ist unangenehm, wenn man den Keller leer schöpfen muss, weil man nichts zum Absaugen hat.

In Kagers ist vielen unwohl geworden bei diesen Bildern am Kindergarten. Der Kreuzweg war auch unter Wasser, wenn auch weniger hoch, und Hochwasser aus dem Nichts machen Angst in einer Zeit, in der die Nachrichten vom Klimawandel und Starkregen-Katastrophen reden. „Vor zehn oder 15 Jahren“, sagt eine Kindergärtnerin, hat sie so etwas zuletzt erlebt, und eben jetzt, so kurz nach Simbach, das kann besorgt machen. Starkregen. Zwanzig Minuten. Überschwemmung wie zuletzt vor über zehn Jahren.

„Natürlich wie zuletzt vor zehn Jahren“, sagt Cristina Pop, „es war ja auch ein zehnjährliches Regenereignis.“ Das klingt ziemlich unbeeindruckt. Cristina Pop ist die Straubinger Tiefbau-Chefin und sagt, dass ein zehnjährliches Regenereignis eben alle zehn Jahre Straßen überschwemmt: „Dann ist kurzzeitig Überstau im Straßenbereich. Das ist legal und möglich.“ Ein solches Regenereignis mit bis zu 20 Liter Regen pro Quadratmeter, sagt Cristina Pop, schafft kaum ein Regenwasser-Kanal, „solche Überschwemmungsfotos“, sagt sie, „kann man dann überall machen, in Hornstorf, am Königshof, in Ittling. Das ist immer so.“

Und auch die Anwohnerin sagt: „Ich muss aber dazu sagen, dass wir noch kein automatisches Rückstellventil haben, wie das bei Neubauten Standard ist.“ Dann wäre das nicht passiert, sagt sie. Das Wasser wäre dann irgendwo anders hingelaufen, aber wohin genau? Wäre das Wasser auf der Straße dann noch höher gewesen? Und was wäre eigentlich passiert, wenn es nicht zwanzig Minuten lang geregnet hätte, sondern ein paar Stunden lang, so wie in Simbach? Und was heißt das eigentlich für das geplante Baugebiet Kagers West?

„Ob sich die Vorzeichen für Kagers-West durch diesen Regen ändern?“, sagt Straubings Baudirektor Wolfgang Bach auf eine entsprechende Frage, „da sag ich: Nein.“ Die Meinung der Verwaltung: Wäre kein Regenwasser in Keller gelaufen, dann wären die Straßen ein paar Minuten länger überschwemmt gewesen; mehr wäre nicht passiert. Und im neuen Baugebiet wird Regenwasser sowieso nicht über das bestehende Kanalsystem zur Donau entwässert. Es soll in ein neues Becken fließen und dort versickern. „Es wird nicht in die Donau geleitet“, sagt Bach, „es bleibt im natürlichen System.“ Er sagt: „Letztlich ist das vorbildlich.“

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Wochenendausgabe des Straubinger Tagblatts.

 

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