Das forensische Bezirkskrankenhaus (BKH) in Lerchenhaid bei Straubing. Hier sind Straftäter aus ganz Bayern mit psychischen Störungen untergebracht. Menschen, von denen eine nicht unerhebliche Gefahr ausgehen kann. Umso wichtiger ist hier also die Frage der Sicherheit. In den vergangenen Monaten kam es dort nach idowa-Informationen immer wieder zu Übergriffen und Gewalttaten. Und jetzt auch noch das: ein Skandal-Video lässt die Mauern der Sicherheit weiter bröckeln. Die Kripo Straubing ermittelt.

Die Lage ist angespannt. Ein Insider, der namentlich nicht genannt werden will, spricht gegenüber idowa gar von einem „Pulverfass“. Ihm zufolge sei es allein im Zeitraum September 2015 bis März 2016 in der Einrichtung zu 28 Übergriffen von Patienten auf andere Patienten oder Personal gekommen. Eine Statistik, die aufhorchen lässt. Karin Stempfhuber, Pressesprecherin vom Bezirk Niederbayern, der Träger des Bezirkskrankenhauses ist, kann diese Zahl weder bestätigen noch dementieren: „Konkrete Zahlen hierzu können wir nicht benennen. Die Anzahl der Übergriffe ist jedoch naturgemäß relativ hoch, da das Bezirkskrankenhaus Straubing zentrale Aufnahmeklinik für hochaggressive Forensik-Patienten ist (...)“.

Video auf USB-Stick gespeichert

Ein hochsensibler Arbeitsbereich. Was aber, wenn plötzlich vertrauliche Informationen über einen Patienten in Form von Bildmaterial nach draußen durchsickern? Dann könnte dies zu zusätzlichem Misstrauen gegenüber dem Personal führen. Infolgedessen droht die Stimmung vollends zu kippen. Ein solches Worst-Case-Szenario ist vergangene Woche eingetreten. Ein Pfleger entdeckte auf dem USB-Stick eines Patienten ein ominöses Video. Darauf zu sehen: Ein anderer Patient, der zu diesem Zeitpunkt in einer Extremphase seiner Schizophrenie in einem Isolationszimmer verwahrt wurde. Ein Raum, der für Patienten normalerweise nicht zugänglich ist. Dennoch entstand darin Bildmaterial des Patienten. Was die Angelegenheit noch prekärer macht: Dieses Video fand seinen Weg nach draußen.