Straubing/Leiblfing Die Video-Sprechstunde ist auf dem Vormarsch

So sieht die Startseite von viomedi aus. Mit einer PIN, die sie von ihrem Arzt erhalten, können sich Patienten anmelden. Danach beginnt die Video-Sprechstunde. Foto: Screenshot/viomedi

Keine Anfahrt, keine Wartezeit, kein Stress: Video-Sprechstunden sollen es Patienten und Ärzten erleichtern, miteinander in Verbindung zu bleiben. Auch in unserer Region ist die Idee auf dem Vormarsch.

Einer, der sich schon länger mit diesem Thema beschäftigt, ist Stefan Knobl. Der 33-Jährige ist Geschäftsführer der Facharzt-Sofort-GmbH, einem jungen Unternehmen aus Leiblfing, das sich auf die Entwicklung von Programmen für Ärzte spezialisiert hat. Zusammen mit seiner Frau Melanie und seinem Team hat er vor kurzem eine eigene Video-Sprechstunde entwickelt und auf den Markt gebracht: viomedi (www.viomedi.de). Knobl ist überzeugt: Die Video-Sprechstunde wird auf lange Sicht zur Normalität werden. „Die Frage ist nicht, ob das so sein wird – sondern wann. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis solche Systeme zu unserem Alltag gehören werden“, so Knobl.

Er und seine Kollegen haben sich deswegen schon vor etwa einem Jahr zusammengesetzt und Ideen für ein eigenes Video-Sprechstunden-Konzept gesammelt. Im Sommer 2017 wurde mit der Entwicklung begonnen, im November waren Knobl und sein Team soweit, viomedi bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zu präsentieren und sich um eine Zertifizierung zu bewerben. „Das ist wichtig, denn nur, wenn das Programm die Anforderungen der KBV erfüllt, ist der Arzt berechtigt, die Gespräche, die er über die Video-Sprechstunde führt, auch abzurechnen“, erklärt Knobl. Den Anforderungskatalog der KBV beschreibt er als durchaus anspruchsvoll – vor allem was die Themen Datenschutz und Übertragungssicherheit angeht. „Aber das ist auch notwendig. Es geht hier schließlich um hochsensible Daten“, so Knobl. Er und sein Team haben ihre Zertifizierung im Dezember bekommen. Seitdem ist viomedi einsatzbereit. Momentan befinden sie sich noch in der „Akquise-Phase“ und sind auf der Suche nach Praxen, die viomedi künftig einsetzen wollen. „Wir haben schon erste Zusagen bekommen“, so Knobl. „Bald können wir auch etwas anbieten. Das Interesse ist also durchaus da.“

Und so funktioniert's:

Das Programm funktioniert dabei relativ einfach: Zunächst einigen sich die Arztpraxis und der Patient auf einen Termin für die Videosprechstunde. Dieser wird bei viomedi eingetragen. Dabei werden der Name des Patienten und seine Kontaktdaten (entweder seine Email-Adresse oder seine Handy-Nummer) hinterlegt. Nach Abschluss bekommt der Patient an diese eine PIN geschickt. Mit dieser kann er sich dann später bei viomedi anmelden. Sobald er das tut, sieht der Arzt, dass der Patient verfügbar ist und kann sich zuschalten. Und so beginnt die Video-Sprechstunde. Das Thema Datenschutz ist Knobl dabei besonders wichtig: „Die Videos werden nicht aufgezeichnet und wir speichern auch keine Patientendaten. Die Kommunikation erfolgt ausschließlich über End-to-End-Verbindungen und darüber hinaus ist jede PIN auch nur einmal gültig“, betont er.

Für Knobl liegen die Vorteile der Video-Sprechstunde auf der Hand: „Patienten können sich so die Fahrt zum Arzt und die Zeit im Wartezimmer sparen. Die Video-Sprechstunde ist einfach bequemer und zeitgemäßer.“ Er betont aber auch: „Die Video-Sprechstunde soll den Arztbesuch erleichtern – und nicht komplett ersetzen. Es gibt natürlich auch Bereiche in der Medizin, bei denen der persönliche Kontakt einfach notwendig ist. Aber da, wo er es nicht ist, ist die Video-Sprechstunde eine gute Alternative.“

 
 

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