Straubing Kontakte fürs (Studenten-)Leben: „Schüler treffen Studenten“

Highlight des Abends war eine Live-Schalte mit Moritz Märki, Mitglied der Studentenverbindung AV Takao Montania und derzeit Student in Taiwan. Foto: Stefan Karl

Rund 160 Schüler der zehnten und elften Klassen waren kürzlich dabei beim Info-Abend "Schüler treffen Studenten". Die Kooperation des Johannes-Turmair-Gymnasiums und der Schülerverbindung SV Danubia zu Straubing soll den Schülern einen direkten, unmittelbaren Eindruck vom Studenten- und Ausbildungsleben bieten - vermittelt nicht durch Personalchefs oder Marketing-Strategen, sondern von Studenten und Azubis, deren Schulzeit selbst noch nicht allzu lange zurückliegt.

Je vielfältiger die Möglichkeiten, desto schwerer die Entscheidung: Das Abitur öffnet viele Türen, für Karriere und Leben. Welche aber ist die Richtige? Oft klaffen Vorstellungen, aber auch das „Katalog-Angebot“ von Hochschulen aus Ausbildern auseinander. Ein echter Einblick in Studium und Ausbildung wäre gut, Kontakt zu Menschen, die selbst gerade auf ihrer Bildungsreise sind und es hautnah, ungefiltert berichten können. Das dachten sich die Verantwortlichen der Schülerverbindung SV Danubia zu Straubing. Aus der Idee entstand die Aktion „Schüler treffen Studenten“, die in diesem Jahr bereits zum dritten Mal am Johannes-Turmair-Gymnasium in Straubing stattfand. Wobei der Name nicht mehr ganz wörtlich zu nehmen ist – das Repertoire ist längst auf Azubis erweitert, die in ähnlicher Weise über Alltag, Ausbildungsinhalte und Job-Perspektiven Auskunft geben.

Dass „Schüler treffen Studenten“ mittlerweile von Schule, Schülern und den Ausbildungs-Anbietern als Veranstaltung mit Potenzial begriffen wird, zeigt der Zuspruch: rund 160 Schüler des Turmair-Gymnasiums, aber auch Eltern und „Gast-Hörer“ nahmen teil. Der Ablauf hat sich bei „Schüler treffen Studenten“ mittlerweile bewährt: Nach den Begrüßungsworten durch Beratungslehrer Karl Beck verteilen sich die Referenten auf die Klassenzimmer. Dreimal hintereinander hielten die Studenten und Azubis ihre Impulsvorträge und standen den Schülern für Fragen zur Verfügung. Damit haben die Schüler die Möglichkeit, sich drei Favoriten aus dem Angebot auszuwählen.

Insgesamt 13 Studien- und Ausbildungsrichtungen haben sich bei der jüngsten Ausgabe von „Schüler treffen Studenten“ vorgestellt. Mit dabei: Medizin, Maschinenbau, Ingenieurswesen, Betriebswirtschaft – natürlich durfte auch der TUM-Campus Straubing nicht fehlen, der mit einem Referenten vertreten war – aber auch Polizei, Bundeswehr und die Sparkasse Niederbayern-Mitte schickten präsentierten ihr Ausbildungsangebot. „Es sind andere Fragen, die man als Abiturient stellt – auf die können Studenten und Azubis, deren Abitur-Zeit noch nicht so lange zurückliegt, ganz anders beantworten, als die Vertreter von Firmen, die normalerweisen auf der Berufsorientierungsveranstaltungen referieren. Die haben vielleicht mehr Überblick über das eigene Unternehmen oder den eigenen Studiengang – die Diskussion findet auf Augenhöhe statt“, sagt der Danubia-Vorsitzende Stephan Härtenberger.

„Wir haben auch unsere Erfahrungen aus den vergangenen Veranstaltungen einfließen lassen. Wir hatten bisher die Schüler der letzten beiden Schuljahre eingeladen. Dieses Mal haben wir etwas jüngere Schüler eingeladen, die zehnten und elften Klassen“, fügte Beratungslehrer Karl Beck hinzu: „Zum einen sind solche Veranstaltungen immer auch eine Motivation für die Schüler, sich zum Finale hin nochmal richtig reinzuhängen – die Noten sind bei einigen Studienfächern und Ausbildungen ja durchaus entscheidend. Auch hatten wir das Gefühl, dass es im Abi-Stress und kurz vor Schluss fast zu spät ist, sich Gedanken über die Zeit nach den Prüfungen zu machen.“

Dass der erste Eindruck und die landläufige Meinung oft trügerisch sind, machten gerade die Highlights der diesjährigen Veranstaltung deutlich: So trug eine Live-Schaltung nach Taiwan die Veranstaltung und Schüler für einen Moment auf die andere Seite des Erdballs – und räumte mit dem Vorurteil auf, dass ein BWL-Studium nahe der Heimat kleinkariert sei. Am anderen Ende der Leitung wartete Moritz Märki, Mitglied der Studentenverbindung AV Takao Montania, um von seinem Studentenleben im Fernen Osten zu berichten.

Hauptreferent beim Studiengang Betriebswirtschaft war Danubia-Mitglied Willi Wurm. Ebenso weitgereist wie weltmännisch präsentierte sich die Kombination aus Fremdsprachenkorrespondent und Industriekaufmann. Diesen Vortrag steuerte die SV Danubia selbst bei: Danubia-Mitglied Raphael Künkler gab einen Einblick in seine Ausbildung und Arbeit. Die Präsentation seines Sprachen-Repertoires überraschte sichtlich und gab den Schülern die Anregung, dass es zu Fremdsprachen auch einen anderen Zugang gibt, als das Hochschulstudium – „und als Azubi verdient man außerdem Geld.“

Nicht ohne Grund hat „Schüler treffen Studenten“ einen festen Platz im Semesterprogramm der Schülerverbindung Danubia – und auch die Kooperation mit dem Johannes-Turmair-Gymnasium kommt nicht von ungefähr: Das eigene Netzwerk aufzubauen und zu pflegen gehört zum Wesen der Schülerverbindung. „Unsere Mitglieder sind mittlerweile in der ganzen Welt zu Hause. Umso mehr ist es uns wichtig, dass die Danubia für unsere ausgeschwärmten Mitglieder immer eine Heimat bleibt.“, sagt Stephan Härtenberger. Gleichzeitig will die Danubia Mitglieder und Gäste dabei unterstützen, eben „ihren Platz in der Welt“ zu finden, sie sich gleichzeitig zu erobern, „immer neugierig und begeisterungsfähig zu sein“.

Ein Konzept, das bestens zu der weltoffenen Philosophie des Straubinger Gymnasiums passt. So war es zum Schluss auch nahezu Formsache, die Frage nach der Fortsetzung zu klären: „Schüler treffen Studenten“ gibt es auch in zwei Jahren wieder.

 

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