Straubing Ein Hoch auf Andreas Bourani und Adel Tawil

Gänsehautstimmung mit Andreas Bourani in Straubing. (Foto: Mathias Adam) Quelle: Unbekannt

"Ein Hoch auf das, was uns vereint" lautet eine Textzeile in Andreas Bouranis Hit "Auf uns", der bekanntlich durch die letztjährige Fußball WM einen enormen Bekanntheitsgrad erreichte. Die Textzeile könnte aber auch auf die Zusammenstellung der Formationen des vierten Tages des diesjährigen "Bluetone"-Festivals passen. Denn dieser widmete sich ganz dem deutschen und vor allem deutschsprachigen Pop und bot mit Andreas Bourani und Adel Tawil zwei der angesagtesten Künstler ihres Genre.

Nachdem der Abend von den Nachwuchs-Vorbands "Tourists in a Daydream" und "Lokomotor" bei - wohl auch aufgrund der großen Hitze - noch relativ leerem Veranstaltungszelt eingeleitet wurde, betrat Andreas Bourani pünktlich um 19.30 Uhr die Bühne und schlagartig waren das Publikum und eine euphorische Stimmung vorhanden. Das Zelt füllte sich trotz den hohen Temperaturen mit über 4500 Zuhörern fast bis auf den letzten Stehplatz und Bouranis Fans wurden nicht enttäuscht.

Denn was der 31-jährige gebürtige Augsburger und seine Bandkollegen in ihrer eineinhalbstündigen Show über die Bühne brachten, war auf hohem musikalischen Niveau und von einem guten Gespür für eine Live-Performance geprägt. Mit "Wieder am Leben" begann die Band die Show und der mit Power vorgetragene kompakte und perfekt intonierte Sound ließ den Funken auf das dicht gedrängte Publikum im Veranstaltungszelt sofort überspringen.

Das gilt aber nicht nur für die Up-Time-Nummern, sondern auch für die gefühlvoll vorgetragenen Balladen. So sangen viele Fans bei Songs wie "Mein Herz schlägt schneller als deins" den kompletten Text mit. Das ist sehr erfreulich, denn gerade in diesen langsamen Nummern kommt die lyrische und poetische Qualität, die in vielen von Bouranis Texten steckt, besonders hervorragend zum Tragen.

Natürlich stand das überwiegend junge Publikum Kopf, als dann der Song kam, den die ARD zum WM-Song für ihre Berichterstattung von der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien machte. Bourani verstand es auch an diesem Abend, beeindruckend mit dem Publikum zu kommunizieren und die Live-Qualitäten seiner Performance auf der Bühne, auf dem Laufsteg im Publikum und vor der Bühne zu zelebrieren. Die Band spielte die Nummern mit Leidenschaft und Perfektion gleichermaßen und wusste durch raffiniert gesetzte Breaks und längere Versionen der Songs eine packende Live-Atmosphäre zu schaffen.

Letzteres versuchte danach auch Adel Tawil mit seiner Band und er schlug sich tapfer. Aber der Auftritt in Straubing zeigte auch deutlich, dass er an die Reife eines Andreas Bourani einfach nicht heranreicht. Das gilt gleichermaßen für die Machart der Songs, die poetische Qualität der Texte sowie die Effektivität und Kreativität der Live-Performance.

Bei Adel Tawil ist halt alles ein bisschen einfacher gestrickt. Die Songs bestehen nicht selten aus nur wenigen Akkorden, die sich oft wiederholen, ohne wirklich eine Spannung aufzubauen, die Texte haben keine wirklich lyrische Qualität und die Live-Performance weicht einfach zu selten von den Standard-Versionen ab, wie man sie von den Tonträgern her kennt. Zudem gab es bei diesem Auftritt ein paar Details, die man für überflüssig halten kann. Dazu gehört auch das Violinspiel der Sängerin Maria Helmin, das sich in ein paar Grundtönen, die man zudem akustisch kaum wahrnehmen konnte, erschöpfte.

Natürlich feierten die zum Teil sehr jungen Fans Adel Tawil auch bis zur letzten Zugabe und sangen seine Hits wie "So soll es bleiben", "Stadt", "Stark" oder "Vom selben Stern" leidenschaftlich mit und gerade dieser Zielgruppe macht er mit seiner Musik eine große Freude, was auch nicht zu verachten ist.

 

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