Straubing "Woidglupperl" - Mit Heimatgefühl aufs Gäubodenvolksfest

Auch der kleine Sohn der Lubichs bastelt gerne Glupperl. Foto: Lena Feldmeier

Seit vier Jahren stellt Familie Lubich aus Straubing sogenannte „Glupperl“ für Dirndl und Lederhosen her. Wir haben Manuela Lubich Zuhause besucht und mit ihr über „Woidglupperl“-Sprüche, Heimatgefühl und gesundheitliche Rückschläge gesprochen.

„Die Idee stammt von meinem Mann“, erzählt Manuela Lubich. Vor vier Jahren habe er plötzlich vor ihr gestanden und gemeint, ob sie ihm nicht so eine Klammer mit dem dem Kürzel „W.B.F.Z.A.M.“ basteln könne. Ausgeschrieben heißt das: „Wer blöd fragt, zahlt a Mass“. „Das hat dann am Volksfest für ordentlich Stimmung gesorgt“, lacht die 32-Jährige. Dass die Klammern, die auch die Volksfestbedienungen tragen, eigentlich „Glupperl“ heißen, habe sie erst später erfahren. „Ich habe mir selber dann auch so ein Glupperl gemacht. Aus Fimo hab ich dann eine Breze mit Hut geformt und an der Klammer befestigt“, erzählt sie. „Es hat aber a bissl gedauert, bis ich den Dreh heraus hatte.“

Aus einer spontanen Idee wurde 2015 dann ein kleines Unternehmen. „Es haben uns so viele auf die Glupperl angesprochen, dann dachten wir uns, wir könnten auch ein Gewerbe anmelden.“ Auch ein Name war schnell gefunden: „Woidglupperl“. „Das zeigt meinen Bezug zu meiner Heimat Prackenbach“, erklärt sie.

Weitermachen trotz Krankheit

Kurz darauf folgte jedoch ein schwerer Rückschlag für die Familie Lubich: Ende des Jahres 2015 erkrankt Sebastian Lubich an Multiple Sklerose. Monatelang konnte der 27-Jährige nicht mehr richtig gehen, weil seine Beine nach einem schweren Schub taub geworden waren. „Da dachten wir schon ans Aufhören, da hast andere Sorgen“, sagt Manuela Lubich. Doch der Verkauf der „Woidglupperl“, die immer begehrter wurden, brachte auch eine dringend benötigte finanzielle Unterstützung für die Familie. „Aber wir wollten auch zeigen, dass es auch mit schwerer Krankheit weitergeht. Wir wollen anderen Hoffnung machen, dass man sich nicht aufgeben soll“, erklärt die 32-Jährige.

Und aufgegeben hat die Familie Lubich bis heute nie. Sechs Monate nach dem ersten Schub schaffte es Sebastian Lubich mithilfe eines guten Neurologen und Krankengymnastik wieder zu gehen. Inzwischen spielt er sogar wieder Eishockey. Seine Frau hat er trotz seiner Erkrankung weiterhin tatkräftig unterstützt. „Er hat oft Ideen für neue Motive wie den Radi oder die Weißwurst“, sagt die Buchhalterin, die eigentlich Bauzeichnerin gelernt hat. Ihre Ausbildung hilft ihr, bei der Herstellung der Glupperl.

Über 20 verschiedene Glupperl-Motive

Anfangs habe sie die Spitze eines Lötkolbens wie einen Füller geformt, damit sie die Schriftzüge auf die Glupperl brennen konnte. Inzwischen benutzt sie richtige Brandmalgeräte. „Anfangs habe ich auch die Logos für die Vereine noch mit der Hand gezeichnet. Inzwischen haben wir bei meinem Vater einen Laser stehen, das geht schneller.“ Auch ihr fünfjähriger Sohn Louis hilft gerne mal mit. „Er macht gerne eigene Glupperl aus Resten, zwickt die Logos an die Klammern oder sucht Glupperl aus und verpackt sie“, erklärt Manuela Lubich.

Über 20 feste Motive hat sie in ihrem Sortiment. Aber auch Sonderwünsche seien für sie kein Problem. „Letztes Jahr war 'i bims' der große Trend. Dann hab ich auch mal ein Glupperl mit 'i bims 1 Bayer vong Bier her' gemacht“, lacht sie. Gewünscht werde aber auch immer gerne „Voglwuid“, „Herzmadl“ oder „I bin vom Woid dahoam“. Einmal habe sie auch 200 Glupperl mit bayerischen Sprüchen nach Wien liefern dürfen.

Mit dem Bauchladen durch die Festzelte

Richtig viel zu tun hat die 32-Jährige aber dann kurz vor dem Straubinger Gäubodenvolksfest. „Da sitz ich dann schon öfter mal bis halb drei in der Nacht und mache die Glupperl. Aber wenn man einen Plan hat funktioniert das schon ganz gut“, sagt sie. Zum ersten Mal darf sie in diesem Jahr ihre Woidglupperl auch in den Festzelten am Gäubodenvolksfest verkaufen. Mit einem Bauchladen dreht sie dann ihre Runden im Wenisch, Lechner, Weckmanns und Greindl. Dabei war die Motiv- und Spruchauswahl auf den Glupperl sehr wichtig. „Die Wirte suchen originelle Glupperl“, sagt sie. Wer gerne sein ganz persönliches Woidglupperl haben möchte, der sollte Manuela Lubich am 15. August in der Ostbayernschau besuchen. „Da bin ich dann an meinem Stand und beschrifte die Glupperl gleich vor Ort.“

Selbstversuch Glupperl

Unter Anleitung von Manuela Lubich habe auch ich selbst versucht, ein Glupperl herzustellen. Das ist gar nicht so einfach, wie ich merke, denn meine Hände zittern ganz schön. Den ganzen Versuch gibt es im Video zu sehen:

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading