Straubing Die Ausstellung "700 Jahre Stadtturm" ist eröffnet

Zum Jubiläumsjahr "700 Jahre Stadtturm" zeigt das Gäubodenmuseum in Straubing eine Vielfalt an Exponaten. Foto: Doris Emmer

Die Ausstellung zum 700. Jubiläum des Straubinger Stadtturms im Gäubodenmuseum ist eröffnet. In Hunderten von Exponaten können die Besucher noch bis zum 16. Oktober das Wahrzeichen im Wandel der Zeit betrachten.

Die Ausstellung bildet den Rahmen für die Feiern und Aktionen zum Stadtturmjubiläum 2016. In der Bildergalerie finden Sie Eindrücke von der Ausstellung.

Egal ob Schmuckanhänger, Souvenirbild, Postkarte, Kunstobjekt, Miniatur, Sweatjacke, Schirm oder Nähkästchen: Der Straubinger Stadtturm ziert als Wahrzeichen vieles und strahlt seine Symbolkraft aus. Das Gäubodenmuseum hat in den letzten Monaten eine große Auswahl an Exponaten zusammengetragen, die den Besuchern einen historischen aber auch neuzeitlichen Eindruck des Bauwerks im Herzen der Stadt vermitteln. Privatpersonen und in besonderem Maße der Straubinger Sammler Erwin Böhm haben viele Beiträge zur Ausstellung geliefert. Im Erdgeschoss des Gäubodenmuseums können Straubinger und Stadtfans von außerhalb eine Reise zurück in die 700 Jahre alte Geschichte des Turmes wagen.

Ergänzend zur Ausstellung haben Dorit-Maria Krenn und Stefan Maier als Herausgeber die Publikation „... ein anmaßend schönes Ding"  - 700 Jahre Straubinger Stadtturm" mit Geschichten und Anekdoten über das mächtige gotische Bauwerk inmitten des Stadtplatzes veröffentlicht.


 

Info

Der schiefe Turm von Straubing - Infos zum Stadtturm Der schiefe Turm von Straubing - Infos zum Stadtturm

Wie hoch ist der Stadtturm? Wann wurde sein Grundstein gelegt? Was steht auf der Turmglocke geschrieben. Klicken Sie nach rechts und finden SIe interessante Infos rund um das Straubinger Wahrzeichen heraus.

Der schiefe Turm von Straubing - Infos zum Stadtturm Turmglocke

Im obersten Turm hängt seit 1406 die Turmglocke. Sie hat folgende Inschrift: "ych kundos die czeit die uns got tag und nacht geit." (Heißt: "Ich künde die Zeit, die uns Gott Tag und Nacht gibt.")

Der schiefe Turm von Straubing - Infos zum Stadtturm Stadtturm-Uhr

Seit 1873 zeigt die Stadtturm-Uhr den Straubingern die Zeit an. Die Uhr musste täglich aufgezogen werden. Dafür bekam der Türmer wegen der fortschreitenden Inflation immer so viel Gehalt pro Monat, wie eine Semmel am 1. des Monats wert war. Diese Zahlweise wird auch heute noch Semmelwährung genannt. Übrigens: Die Straubinger Uhr ist mit einem Ziffernblatt von 7,50 Metern Durchmesser die zweitgrößte Turmuhr Deutschlands. Größer ist nur die Uhr vom Hamburger "Michel" mit acht Metern Durchmesser.

Der schiefe Turm von Straubing - Infos zum Stadtturm Höhe

Der Stadtturm ist 68 Meter hoch. 227 Stufen führen den Turm hoch.

Der schiefe Turm von Straubing - Infos zum Stadtturm Fassade

Die Fassade war nicht immer weiß. Früher war sie grün gestrichen.

Der schiefe Turm von Straubing - Infos zum Stadtturm Glocken

26 Glocken spielen jeden Tag um 11.10 Uhr ein deutsches Volkslied ("Üb immer Treu und Redlichkeit") und um 15.10 Uhr ein Lied aus der Zauberflöte. Das Glockenspiel gibt es seit 1999.

Der schiefe Turm von Straubing - Infos zum Stadtturm Anbauten

Der Turm war ursprünglich ohne Anbauten geplant. Sie wurden erst im 15. Jahrhundert erbaut, um dem Gebäude einen besseren Halt zu geben und Räume für die Stadtverwaltung zu schaffen.

Der schiefe Turm von Straubing - Infos zum Stadtturm Türmer

Der Türmer lebte in der Türmerwohnung im siebten Stock. Er musste einen Eid schwören, dass er den Turm nur mit Erlaubnis des Bürgermeisters und maximal für eine Stunde verlässt. Ansonsten hielt er Ausschau, ob sich mehr als drei Reiter der Stadt näherten, welche Handelsschiffe auf der Donau fuhren oder ob es in der Stadt brannte. Bei Feuer zum Beispiel läutete der Türmer die Sturmglocke und markierte vom Turm aus die Richtung des Feuers - tagsüber mit einer roten Fahne, nachts mit einer roten Laterne. Die Bürger, die zum Löschen verpflichtet waren, liefen zu den einzelnen Stadtbrunnen und versuchten, das Feuer zu löschen. Der letzte Türmer war Joseph Maier. Er bewachte den Stadtturm bis 1928.

Der schiefe Turm von Straubing - Infos zum Stadtturm Nachtwächter

Neben dem Türmer gab es noch einen Nachtwächter auf dem Stadtturm. Er schwor ebenfalls einen Eid, dass er jede Nacht den Turm bewacht. Denn: Auch ein Türmer musste mal auf die Toilette, musste schlafen oder war krank.

Der schiefe Turm von Straubing - Infos zum Stadtturm Grundsteinlegung

Der Grundstein wurde 1316 gelegt. Anfangs waren es nur drei Stockwerke. Je größer die Stadt wurde, umso höher wurde auch der Turm. Heute hat er neun Stockwerke. Im 17. Jahrhundert wurde der Turm mit Balken verstärkt, da er sich gen Süden neigte. Diese Neigung hat er heute immer noch.

Der schiefe Turm von Straubing - Infos zum Stadtturm Wetterhahn

Auf jedem altehrwürdigen Turm thront ein Wetterhahn. Im Laufe der Zeit wurde er immer wieder ausgetauscht. Unser jetziger Gockel sitzt seit 1967 auf dem höchsten der fünf Türme.

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