Stromausfälle und Naturschäden So wütete "Fabienne" in Ostbayern

, aktualisiert am 24.09.2018 - 09:10 Uhr
Sturmtief "Fabienne" bescherte auch dem THW am Sonntag so einige Einsätze. Bei diesem Mehrfamilienhaus in Straubing wurde ein Großteil des Blechdaches durch den Sturm abgedeckt. Foto: THW

Das Sturmtief "Fabienne" hat am Sonntagabend die Region Ostbayern erreicht und binnen kürzester Zeit für zahlreiche Einsätze bei den Leitstellen in der Region gesorgt. In Schambach, Fruhstorf und Ittling im Landkreis Straubing-Bogen hat das Sturmtief einen größeren Stromausfall ausgelöst.

Während der Schwerpunkt der Einsätze zunächst im Raum Kelheim gelegen hatte, erreichte die Sturmfront gegen 20 Uhr Straubing und den Landkreis Straubing-Bogen. 

Wie das Polizeipräsidium Niederbayern bestätigte, kam es zu insgesamt sieben witterungsbedingten Verkehrsunfällen gekommen, bei denen ein Mensch leicht verletzt wurde. Insgesamt zählte das Polizeipräsidium Niederbayern in seinem Zuständigkeitsbereich gut 120 Einsätze, die in Zusammenhang mit dem Sturm standen.

Bei den zahlreichen Einsätzen ging es in der Mehrzahl um umgestürzte Bäume und abgerissene Äste, die auf Straßen fielen oder in Stromleitungen geweht wurden. Auch von den Dächern gerissene Ziegel mussten beiseite geräumt werden.

Im Landkreis Regen wurde ein Auto von zwei auf die Straße gefallenen Bäumen eingeschlossen. Die Insassen mussten ausharren, bis die Feuerwehr die Straße wieder freigeräumt hatte. In Straubing wurde an der Trabrennbahn ein Vordach beschädigt, so dass es zeitweise in den Innenraum regnete. Das THW musste ausrücken und das Dach notdürftig flicken. Über die Schadenshöhe ist derzeit noch nichts bekannt.

In Ittling, Fruhstorf und Schambach fiel gegen 20 Uhr der Strom aus. Der Ausfall hatte das Mittelspannungsnetz betroffen. Grund war nach ersten Erkenntnissen ein Baum, der in eine Freileitung gefallen ist und den Stromkreis unterbrochen hat. Bereitschaftsgruppen des Betreibers gelang es gegen 21.30 Uhr, den Strom wieder herzustellen. In Straubing deckte der Sturm den Großteil des Blechdaches eines Mehrfamilienhauses auf einer Fläche von etwa 150 Quadratmetern ab. Zahlreiche umgestürzte Bäume lagen auch auf der B8 bei Aiterhofen und der B20 bei Oberschneiding verteilt. Auch die Kreisstraße SR20 bei Atting war aus diesem Grund zeitweise nur einspurig befahrbar. Im Stadtgebiet Straubing wurden etliche Bauzäune vom Sturm umgeworfen und auf die Straßen geweht. Ein Verkehrszeichen krachte in die Scheibe eines geparkten Autos. 

Auch die Bahnstrecke Passau - Obertraubling wurde durch das Unwetter kurzzeitig lahmgelegt. Schuld daran war ein umgestürzter Baum, der bei Vilshofen die Gleise blockierte. Insbesondere im Bayerischen Wald fielen am Abend und in der Nacht mehrere Zugverbindungen aus.

Schlimmer erwischt hat es die Bahnstrecke Plattling - Landshut. Diese Verbindung ist auch am Tag nach "Fabienne" noch völlig zum Erliegen gekommen. Ursache dafür sind beschädigte Oberleitungen. Wann die Bahnstrecke wieder freigegeben werden kann, ist noch nicht absehbar. "Die Instandsetzung der beschädigten Oberleitungen könnte den ganzen Tag über andauern", berichtet Deutsche Bahn-Sprecher Michael-Ernst Schmidt auf idowa-Nachfrage.

Einsatzlage in der Oberpfalz

Beinahe zeitgleich häuften sich auch in der Stadt Regensburg die Einsätze: Andreas Saurer von der Regensburger Stadtverwaltung sprach in einer Mitteilung von 39 Einsätzen, die die Einsatzkräfte bis 22.30 Uhr hatten bewältigen müssen. "Die Einsatzpalette reicht von Brandalarmen durch automatische Brandmeldeanlagen bis zu herabgestürzten Ästen und umgefallenen Bäumen", schrieb Saurer wörtlich.

Insgesamt verzeichnete das Polizeipräsidium Oberpfalz am Sonntag in der Zeit von 18 Uhr bis 21.30 Uhr über 330 unwetterbedingte Einsätze. Die Schwerpunkte der Einsätze lagen neben Stadt und Landkreis Regensburg vor allem im Stadtbereich Weiden, sowie in den Landkreisen Neustadt an der Waldnaab und Amberg-Sulzbach. 

Der schwerwiegendste Vorfall ereignete sich dabei in Lippertshofen, einem Ortsteil von Neumarkt in der Oberpfalz. Dort brach während eines Festes die Spitze des Kirchweihbaumes ab. Die etwa zehn Meter lange Baumspitze krachte mit voller Wucht auf das Dach des Festzeltes, in dem sich zu diesem Zeitpunkt etwa 30 Menschen aufhielten. Sechs Personen wurden dabei leicht verletzt und mussten vorsorglich im Krankenhaus behandelt werden. 

Auch in der Oberpfalz bezog sich der Großteil der Einsätze auf herabfallende Äste und umgestürzte Bäume. Aus diesem Grund musste auch die Autobahn A93 bei Weiden für etwa drei Stunden gesperrt werden. Während dieser Zeit schufteten Feuerwehr und THW im Akkord, um die Autobahn wieder frei befahrbar zu machen. 

Außerdem kam es zu etwa 20 unwetterbedingten Unfällen. Orkanböen drückten Fahrzeuge in die Leitplanken, andere Fahrzeuge kollidierten mit umgestürzten Bäumen. Drei Autofahrer wurden leicht verletzt, als Bäume während der Fahrt auf ihren Fahrzeugen landeten. 

Auch Trafostationen und Stromleitungen wurden durch umstürzende Bäume beschädigt. Dadurch kam es zu Stromausfällen in Weiden, Hirschau, Königstein und Pilsach. Bei Maxhütte-Haidhof kam es deshalb zu einem Brand, der aber von der Feuerwehr rasch gelöscht werden konnte. 

Wegen der Auswirkungen des Unwetters musste der Zugverkehr in der Oberpfalz zeitweise komplett eingestellt werden. 

 
 

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