Thomas Maier ist Journalist in Russland. Die Menschen, die er trifft, sind interessiert am Westen, trotz Kreml-Politik. Ein Stimmungsbild.

"Es ist einfach schrecklich. Du siehst ja, die meisten hier sind normale Leute, die einfach in Ruhe leben wollen. Und jetzt stehen wir hier und wissen überhaupt nicht, was kommt. Besser, ich gehe mal wieder rein."

Ich stehe am 25. Februar 2022 vor einer Bar in Moskau. Es ist ungefähr ein Uhr morgens. Vor nicht einmal 24 Stunden hat Wladimir Putin einen Krieg gegen die Ukraine begonnen. Der amerikanische Sender CNN vermeldete soeben im TV: Der russische Angriff auf Kiew wird noch in dieser Nacht erwartet. Die junge Frau, mit der ich mich vor der Bar unterhalten habe, nimmt noch einen letzten Zug von ihrer Zigarette, dann geht sie. Hier, keine 20 Minuten Fußweg vom Roten Platz entfernt, weiß keiner so recht, wie ihm gerade geschieht.