Stichwahl in Regensburg Gertrud Maltz-Schwarzfischer ist Oberbürgermeisterin

Gertrud Maltz-Schwarzfischer soll laut noch unbestätigten Informationen die Stichwahl in Regensburg gewonnen haben. Foto: Armin Weigel/dpa

Regensburgs neue Oberbürgermeisterin heißt Gertrud Maltz-Schwarzfischer. Die SPD-Politikerin setzte sich in der Stichwahl am Sonntag knapp gegen die CSU-Kandidatin Astrid Freudenstein durch.

Sie bekam dem vorläufigen Ergebnis nach 50,74 Prozent der Stimmen, wie die Stadt am Dienstag mitteilte. Maltz-Schwarzfischer regiert nun ab Mai die oberpfälzische Bezirkshauptstadt und löst dann den suspendierten Rathauschef Joachim Wolbergs ab, der sich wegen Korruptionsvorwürfen in einem zweiten Prozess vor dem Landgericht verantworten muss.

Die Archäologin und gebürtige Oberfränkin Maltz-Schwarzfischer war bereits Bürgermeisterin in Regensburg und führt seit Anfang 2017 die Amtsgeschäfte. Wolbergs war damals für sechs Wochen in Untersuchungshaft und ist seither vom Dienst suspendiert.

Bei der Kommunalwahl lieferte sich Maltz-Schwarzfischer ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der CSU-Politikern Freudenstein. Die Medienwissenschaftlerin wuchs in Niederbayern auf, 2008 wurde sie in den Regensburger Stadtrat gewählt, 2013 zog sie in den Bundestag ein.

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Im Unterschied zu anderen bayerischen Großstädten hatten die Regensburger darauf verzichtet, bereits am Sonntagabend mit Wahlhelfern die Stimmen auszuwerten. Die Mitarbeiter der Stadt begannen erst am Montag mit dem Zählen, das Ergebnis lag dadurch erst am Dienstagnachmittag vor.

Wolbergs war für den von ihm mitbegründeten Wahlverein "Brücke" angetreten. Mit 17,71 Prozent der Stimmen landete er auf Rang drei. Für den 49-Jährigen, der seit Beginn der Ermittlungen gegen ihn um seine Rehabilitation kämpft, war das Ergebnis Niederlage und Achtungserfolg gleichermaßen. Den von ihm erhofften Sprung in die Stichwahl schaffte er nicht. Seinem Wahlverein gelang es jedoch, sich zu etablieren. Die künftige "Brücke"-Fraktion im Stadtrat kündigte an, Wolbergs zu ihrem Vorsitzenden wählen zu wollen.

Für die Sozialdemokraten hatte er 2014 mit mehr als 70 Prozent das Rennen um den OB-Posten gemacht. Wolbergs galt als Hoffnungsträger der SPD in Bayern. Jedoch trat er im Sommer 2019 aus der Partei aus - aus Enttäuschung über mangelnde Solidarität der Genossen zu ihm.

Der Prozess gegen Wolbergs ist derweil ins Stocken geraten. Eigentlich hätte Ende April das Urteil fallen können. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus unterbrach das Gericht das Verfahren aber. Der nächste Verhandlungstag ist für den 21. April geplant.

Die Staatsanwaltschaft wirft Wolbergs vor, sich im Kommunalwahlkampf 2014 von Bauunternehmern bestechen lassen zu haben. In einem ersten Prozess war er im Juli 2019 wegen zwei Fällen der Vorteilsnahme verurteilt und in sämtlichen weiteren Vorwürfen freigesprochen worden. Von einer Strafe sah das Gericht ab.

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