Zahlreiche Menschen im Vorwald befürworten den Steinbruch bei Wiesent, weil er in ihren Augen den Schwerlastverkehr reduzieren könnte. Gegner halten das für einen Trugschluss.

"Man muss das überregional sehen", sagt der Brennberger Gemeinderat Dr. Martin Brandl auf Anfrage unserer Redaktion. "Der Raum Regensburg ist Mangelgebiet, genau dort wird Granit aber in großen Mengen gebraucht." Brandl verweist auf den Straßenbau und Siedlungen wie das gigantische Baugebiet in Köfering. Ein Steinbruch vor Ort könne die Region Regensburg aus der Nähe direkt versorgen und Transporte aus dem Bayerischen Wald womöglich verringern. Die Wege seien "bedeutend kürzer" und jeder nicht gefahrene Kilometer spare CO2.

Wie viele Lastwagen genau durch Brennberg fahren würden, falls der Steinbruch käme, könne er nicht im Detail prognostizieren, sagt Brandl. Aber: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Granit aus Wiesent in großen Mengen in den Wald hineingefahren würde - bergauf. Außerdem ist der Bayerische Wald durch bestehende Steinbrüche versorgt."

"Menschen haben Anrecht darauf, dass ihre Umwelt geschützt wird"

Die Steinbruch-Frage habe auch mit Gerechtigkeit zu tun, befindet Brandl: "Wenn sich der Landkreis Regensburg dem Granitabbau komplett verschließt und das alleine den Landkreisen Cham, Straubing und Schwandorf überlassen will, finde ich das nicht ganz fair. Wir betonen immer, wie wichtig die ILE ist. Zur ILE gehören aber auch Falkenstein, Rettenbach und Michelsneukirchen. Die Menschen dort haben genauso ein Anrecht darauf, dass ihre Umwelt geschützt und ihre Straßen nicht übermäßig belastet werden." Sauerer: "Da muss ich nicht lange überlegen."

Brennbergs Bürgermeisterin Irmgard Sauerer sieht es im Gespräch mit der Redaktion anders als Brandl - wie viele andere, bei denen wir nachgefragt haben.