Verkehrsunfallstatistik Zahl der Verkehrstoten 2019 auf historischem Tiefststand

Laut Statistik musste die Polizei in Ostbayern zu weniger schweren Verkehrsunfällen ausrücken als je zuvor in mehr als 60 Jahren. Die Zahl der Verkehrstoten lag im vergangenen Jahr auf einem fast schon historischen Tiefststand. (Symbolbild) Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa/dpa

Im Jahr 2019 sind in Deutschland 3.046 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen gestorben – das ist laut einer Aufstellung des Statistischen Bundesamts der niedrigste Stand seit mehr als 60 Jahren. Auch für Ostbayern zeichnet sich ein positiver Trend ab: Die Zahl der Getöteten im Straßenverkehr sank im Vergleich zu 2018 um gut 21 Prozent.

Auf Bayerns Straßen verunglückten im Jahr 2019 nach den vorläufigen Meldungen der Polizei 67.620 Menschen, das sind 4,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Während die absolute Zahl der Verkehrsunfälle im Vergleich zum Vorjahr zunahm, verunglückten weniger Menschen schwer: Die Zahl der Verkehrstoten sank auf einen historischen Tiefstwert von 541. Das ist der niedrigste Stand seit Beginn der Aufzeichnung der Unfallstatistik im Jahr 1950.

Mit den größten Rückgang verzeichnete der Bezirk Niederbayern mit 21,3 Prozent. In der Oberpfalz lag die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten bei 5.942. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 3,7 Prozent weniger.

Mehr als die Hälfte der Verkehrstoten auf Landstraßen

Bundesweit registrierten die Polizeibehörden im Jahr 2019 416.611 Unfälle. Mehr als drei Viertel davon waren sogenannte Bagatellunfälle. Die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen getötet oder verletzt wurden, sank gegenüber 2018 um 4,1 Prozent auf 51.742. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, starben 2019 im Straßenverkehr 7 % oder 229 Menschen weniger als im Vorjahr.

In vielen Teilen Deutschlands sank die Zahl der Verkehrstoten auf den niedrigsten Wert seit über 60 Jahren – eine längerfristige Entwicklung, die wohl unter anderem mit der Einführung diverser Sicherheitsvorschriften und -systeme zu tun hat.

In vielen Teilen Deutschlands sank die Zahl der Verkehrstoten auf den niedrigsten Wert seit über 60 Jahren – eine längerfristige Entwicklung, die wohl unter anderem mit der Einführung diverser Sicherheitsvorschriften und -systeme zu tun hat. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Wie in den Vorjahren ereigneten sich auch 2019 69,2 Prozent der schwereren Unfälle innerhalb von Ortschaften. Dort wurden 30,6 Prozent der Getöteten registriert. Die meisten Verkehrstoten gab es auf Landstraßen - etwa 57,7 Prozent. Auf Autobahnen wurden 6,7 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden und 11,7 Prozent aller Getöteten gezählt.

Zahl der getöteten Radfahrer seit 2010 um 16,8 Prozent gestiegen

Im Vergleich zu 2010 ist die Zahl der Verkehrstoten um 16,5 Prozent gesunken. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen den wichtigsten Beteiligten am Straßenverkehr: Die Zahl der getöteten Menschen, die als Insassen in Autos getötet wurden, lag 2019 um 25,9 Prozent niedriger als im Jahr 2010. Bei Menschen, die auf einem Kraftrad wie einem Mofa oder Motorrad ums Leben kamen, sowie bei Fußgängerinnen und Fußgängern fielen ebenfalls geringer aus. Die Zahl der getöteten Radfahrenden ist dagegen seit 2010 um 16,8 Prozent gestiegen.

Die meisten Fahrradunfälle ereignen sich im Sommerhalbjahr. Allerdings ist die Fahrrad-Saison in den vergangenen Jahren länger geworden. Denn immer mehr Menschen nutzen das Fahrrad für den Weg zur Ausbildung oder zur Arbeit. Daher gibt es an Wochentagen mehr Fahrradunfälle als am Wochenende. Demgegenüber sind Unfälle mit Motorrädern und Motorrollern überwiegend ein Schönwetter- und Freizeitphänomen. Sie finden gehäuft an Wochenenden in den Monaten April bis Oktober statt.

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