Statistik 2019 So viele Menschen haben auf ein Spenderorgan gewartet

Ein Spenderorgan wird in einem Styropor-Behälter zur Transplantation in einen OP-Saal gebracht. Mit einer nicht unumstrittenen Reform will die Bundesregierung Transplantationen deutlich häufiger möglich machen. (Symbolbild) Foto: Soeren Stache/dpa

In Deutschland ist die Zahl der Patienten, denen eine Organspende helfen könnte, deutlich größer als die Zahl der transplantierten Organe. Der Bundestag will am Donnerstag per Gesetz Abhilfe schaffen – doch es gibt auch kritische Stimmen.

An diesem Donnerstag wird der Bundestag über neue Regeln für Organspenden entscheiden. Ein fraktionsübergreifender Gesetzesentwurf von einer Gruppe um Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) strebt dabei die sogenannte "doppelte Widerspruchslösung" an. Sie würde das bestehende Prinzip umkehren, dass Organentnahmen nur bei ausdrücklich erklärtem "Ja" zulässig sind.

Stattdessen soll jeder zunächst automatisch Spender sein – gleichzeitig aber jederzeit widersprechen können. Die Entscheidung wird in einem neuen Register gespeichert. Vor einer Transplantation muss ein Arzt den Stand im Register abfragen. Falls hier kein Eintrag besteht und es auch sonst kein schriftliches "Nein" gibt, ist der nächste Angehörige zu fragen – und zwar dannach, ob er oder sie von einem festgehaltenen "Nein" oder einer Willensbekundung des Verstorbenen weiß. Bei Kindern soll es dabei bleiben, dass Eltern eine Organentnahme befürworten müssen.

Dass viele Patienten aktuell auf ein Spenderorgan warten, zeigt die Grafik unten. Beispiel Nieren: Hier standen im Jahr 2019 deutlich über 7.000 Transplantationspatienten auf der Warteliste lediglich rund 1.600 tatsächlich durchgeführte Operationen gegenüber. 

Infografik: So viele Patienten warten auf ein Spenderorgan | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

ZdK gegen Widerspruchslösung

Einerseits gibt es Zuspruch, andererseits aber auch Kritik zu der angedachten Lösung. So hat sich etwa das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gegen eine Widerspruchslösung ausgesprochen. "Es muss weiterhin der Grundsatz gelten, dass die Organentnahme an die ausdrückliche Zustimmung der verstorbenen Person oder ihrer Angehörigen gebunden bleibt", sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg nach einer Mitteilung vom Dienstag. "Nur dann handelt es sich um eine freiwillige Organspende. Eine Widerspruchslösung, bei der auf eine ausdrückliche Zustimmung verzichtet werden könnte, ist mit dem Persönlichkeits- und Selbstbestimmungsrecht der sterbenden Patienten nicht vereinbar."

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