Statement gegen Transsexualität J. K. Rowling schockiert ihre Fans

Starautorin J.K. Rowling. Foto: Evan Agostini/Invision/AP/dpa

Mit „Harry Potter“ schrieb sie sich in die Herzen von Millionen von Lesern. Jetzt ist die Autorin dabei, diese Liebe zu verspielen.

Sie ist eine der berühmtesten Autorinnen der Welt und hat – wenn man einigen Kritikern glaubt – den Verstand verloren. Seit ein paar Wochen arbeitet sich Harry-Potter-Erfinderin J. K. Rowling am Thema Transsexualität ab. „Geschlechtsneutrale Menschen gibt es nicht“ war die Kernaussage einer Nachricht, die sie über Twitter veröffentlichte – und damit einen Shitstorm auslöste. Sogar Harry-Potter-Stars Daniel Radcliffe und Emma Watson schalteten sich ein, um Rowling darauf aufmerksam zu machen, dass sie sich mit diesem Statement vielleicht vergriffen hat. Die Autorin ignorierte die Kommentare und schoss stattdessen fröhlich weiter. Unter anderem verglich sie die Hormontherapie, mit der Transsexuelle ihr Geschlecht ändern, mit dem psychischen Missbrauch, den Schwule und Lesben erfahren, wenn sie einer Konversationstherapie unterzogen werden. Verfechter dieser mittlerweile verbotenen Therapie behaupten, sie könnten damit Homosexualität „heilen“.

Dann blockierte sie ihren Autorenkollegen Stephen King, der in einer Twitter-Diskussion mit Rowling klarstellte, dass Transsexuelle für ihn existieren und er sie unterstützt.

Erste Anzeichen

Dass J. K. Rowling die große Aufmerksamkeit, die ihr in den sozialen Medien zuteil wird, manchmal für sehr befremdliche Statements ausnutzt, ist nichts Neues. Gerade Harry-Potter-Fans leiden mittlerweile unter den immer neuen Enthüllungen, die die Autorin über die Magierwelt auf Twitter teilt. Statements, dass Magiermentor Albus Dumbledore homosexuell sei, wurden noch ohne große Hintergedanken gefeiert. Als Rowling aber damit anfing, klarzustellen, wie Magier in der Zeit vor der Toilettenspülung aufs Klo gegangen sind oder dass Voldemorts Hausschlange Nagini einmal ein Mensch gewesen war, reichte es vielen Fans. Dabei war das Problem nicht einmal, dass J. K. Rowling die Statements machte, sondern, dass sie so nachträglich Dinge in ihre Bücher hineininterpretierte, die dort gar nicht standen.

Beispiel Dumbledore: Dass er homosexuell war, fanden die Fans gut. Allerdings kam schnell die Frage: „Wenn das von Anfang an die Absicht von J. K. Rowling war, warum hat sie es nicht gleich in ihr Buch geschrieben?“ Schnell warfen ihr Fans vor, mit ihren Twitter-Kommentaren nur Sympathien erheischen zu wollen und gar kein echtes Interesse daran zu haben, sich mit den angesprochenen Themen auseinandersetzen zu wollen.

Die Liebe für die Bücher retten

Spätestens mit ihren Kommentaren zum Thema Transsexualität hat J. K. Rowling bei einigen Fans deshalb eine rote Linie überschritten. Diese fragen sich nun, wie sie ihre Liebe für die Harry-Potter-Bücher retten können. Eine Möglichkeit: zu behaupten, dass sie Hatsune Miku geschrieben hat. Diese Aussage ist eine Anspielung auf einen ähnlichen Satz, den Fans des Computerspiels „Minecraft“ schrieben, nachdem ihnen klar wurde, dass „Minecraft“-Schöpfer Markus Persson eher konservative Meinungen beim Thema Transsexualität vertritt. Sie strichen in ihrem Kopf kurzerhand die Verbindung zwischen Markus Persson und dem Spiel, in dem sie einen fiktionalen Charakter – Hatsune Miku – zur Schöpferin von „Minecraft“ erklärten.

Der „Tod des Autoren“

Literaturwissenschaftler kennen ein ähnliches Phänomen, das sich „Tod des Autoren“ nennt. Sobald ein Text veröffentlicht ist, so die Annahme, spielt es keine Rolle mehr, wer ihn geschrieben hat. Der Text und alle Interpretationen stehen für sich und selbst die Stimme des Autors ist nur noch eine unter vielen.

Und auch wenn J. K. Rowling das nicht unbedingt gerne hört: Vielleicht war das schon immer die beste Möglichkeit, mit Büchern wie „Harry Potter“ umzugehen.

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