Stadt Landshut Corona-Schutzimpfung schreitet voran

In der Stadt Landshut schreitet die Corona-Schutzimpfung voran. (Symbolbild) Foto: Sven Hoppe/dpa/dpa

Die Impfkampagne gegen das Coronavirus nimmt in der Stadt verhältnismäßig Fahrt auf: Mit diesem Freitag haben exakt 3.801 Bürger zumindest die erste Dosis erhalten. 2.101 davon wurden bereits zweimal geimpft. Impfungen in den Krankenhäusern sind dabei noch nicht berücksichtigt. Damit steht die Stadt nach eigener Darstellung im bundesweiten Vergleich mit Impfquoten von rund 5,1 Prozent (Erstimpfung) beziehungsweise gut 3,8 Prozent (Zweitimpfung) recht gut da.

Laut dem Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums hatten bis Freitag, 9 Uhr, rund 4,5 Prozent der Bundesbürger zumindest die erste Impfung erhalten. Das Hauptaugenmerk bei den Impfungen liegt nach wie vor auf den Bürgern der Prioritätsstufe 1. Dazu zählen insbesondere Über-80-Jährige, Bewohner und Personal von Senioren- und Pflegeeinrichtungen sowie Pflegekräfte und Ärzte, die in Krankenhäusern in direktem Kontakt mit Covid-19-Patienten stehen.

Die rasche Durchimpfung der besonders gefährdeten Personen ist das erklärte Ziel von OB Alexander Putz: „Zum Glück sind wir dabei mittlerweile auf einem guten Weg, können aber bedauerlicherweise immer noch nicht allen Berechtigten ein Impfangebot machen.“

Zwar werde inzwischen deutlich mehr Impfstoff geliefert als noch zu Monatsbeginn. Aber: „Das Vakzin des Herstellers Astrazeneca ist in Deutschland nur für 18- bis 64-Jährige zugelassen und steht folglich für Senioren ab 65 Jahren nicht zur Verfügung. Für sie kommen nur die Impfstoffe von Biontech-Pfizer und Moderna in Frage – und davon erhalten wir nach wie vor nicht genug, um alle Personen der höchsten Prioritätsstufe impfen zu können.“

Ab Montag Beginn mit Prioritätsstufe 2

Ganz anders sieht es dagegen bei den Unter-65-Jährigen aus: Hier konnten mittlerweile fast alle Impfwilligen, die in der Regel aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit der höchsten Prioritätsstufe zuzuordnen sind, (teil-)immunisiert werden. Denn für sie darf eben auch der momentan in relativ großen Mengen verfügbare Impfstoff von Astrazeneca verwendet werden.

Ab kommender Woche werden damit laut Stadt die ersten Personen geimpft, die der Prioritätsstufe 2 angehören und unter 65 Jahre alt sind. Darunter fallen nun auch Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege und in Grund-, Sonder- und Förderschulen tätig sind.

Dass diese Personengruppen nun endlich geimpft werden dürfen, trage zudem nicht nur zum Schutz der Impflinge selbst, sondern auch der ihnen anvertrauten Kinder bei, so Putz. „Ich möchte deshalb alle Impfberechtigten ermutigen, dieses Angebot wahrzunehmen – und ich hoffe, dass wir dafür auch tatsächlich zeitnah genügend Impfstoff erhalten.“

Einrichtungen organisieren Impfungen für Personal

Genau dieser Punkt bereitet dem OB allerdings nach wie vor große Sorgen. „Natürlich könnte sich jeder einzelne Berechtigte auch individuell an seinem Wohnort über das bayernweite Portal BayIMCO zur Impfung anmelden. Das dürfte aber die große Ausnahme sein: In der Praxis werden die jeweiligen Einrichtungen die Impfungen für das gesamte Personal organisieren. Und damit wäre der Standort der Schule oder der Kita maßgeblich dafür, welches Impfzentrum für die jeweiligen Impfberechtigten zuständig ist“, so Putz.

„Auf eine Stadt wie Landshut mit vergleichsweise vielen Kindertagesstätten und Schulen, in denen häufig Personen arbeiten, die nicht im Stadtgebiet leben, sehe ich daher schon die nächsten gravierenden Impfstoff-Engpässe zukommen.“ Denn die Liefermengen hängen bekanntlich allein von der Einwohnerzahl des Land- oder Stadtkreises ab.

Unberücksichtigt bleibt dagegen, wie viel Lehr- und Kita-Personal zu versorgen ist, das mit Wohnsitzen außerhalb der Stadt gemeldet ist. „Das bedeutet für kreisfreie Städte einen weiteren, enormen Nachteil. Beim Personal von Senioren- und Pflegeheimen sowie medizinischen Einrichtungen hatten wir schon dieselben Probleme“, sagt Putz.

Die Folge: Aus den Impfstoff-Lieferungen der Landkreise sind in der Regel deutlich weniger Impfberechtigte zu versorgen, deren Priorisierung allein auf ihrer beruflichen Tätigkeit beruht.

Deswegen kann dort in den einzelnen Prioritätsgruppen relativ schneller „durchgeimpft“ werden als in kreisfreien Städten. „Das sorgt bei unseren Bürgern zurecht für Unverständnis und Verärgerung. Hier muss der Freistaat dringend eine Lösung finden, die die Interessen der Städte angemessen berücksichtigt“, fordert Putz. Er möchte sich in dieser Angelegenheit unter anderem an die Staatsregierung und Gesundheitsminister Klaus Holetschek wenden.

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