SSV Jahn Regensburg Maxi Thalhammer: Mit Mentalität und Biss in die Startelf

Er habe sich in puncto Mentalität und Biss weiterentwickelt und die Liga noch mehr angenommen, findet Maximilian Thalhammer (links). Foto: imago

Die Konkurrenz im zentralen Mittelfeld des SSV Jahn Regensburg ist groß. Seit der Winterpause hat sich dort Maximilian Thalhammer, Leihgabe des Ligakonkurrenten FC Ingolstadt, den Platz neben Andreas Geipl erkämpft.

Es war ein ganz besonderer Tag für Maximilian Thalhammer, dieser 23. September des vergangenen Jahres. Der auf der Landkarte des Profifußballs eher kleine SSV Jahn Regensburg war zu Gast beim großen Hamburger SV – ein klassisches Duell David gegen Goliath. Und Thalhammer durfte erstmals in einem Pflichtspiel für den Jahn ran – von Beginn an und über die volle Distanz. Damit war Thalhammer Teil des historischen 5:0-Erfolgs der Regensburger beim HSV. „Schöner hätte ich mir mein Debüt für den Jahn nicht vorstellen können. Das war ein Erlebnis, das ich nie mehr vergessen werde“, sagt Thalhammer.

Seit diesem Spiel hat sich aus Sicht des 21-Jährigen einiges verändert. War er zuvor zwar immer im Kader, ohne allerdings zu spielen, so kam er nun auch regelmäßiger zum Einsatz. Dass er zu Beginn wenig spielte, hätte sich Thalhammer zwar anders gewünscht, schließlich ist das Ziel einer Leihe auch mehr Spielpraxis zu erhalten als beim Stammverein. „Aber man sollte sich da nicht zu viele Gedanken machen, sonst macht man sich unnötig verrückt“, blickt er auf die Zeit zurück. „Ich habe einfach versucht, positiv und optimistisch zu bleiben.“

Thalhammer: "Bestätigung für meine Arbeit"

Das hat funktioniert, auch weil Thalhammer stetig an sich gearbeitet hat. Dass er nun mehr spielt, sieht der sympathische Oberbayer als „Bestätigung für meine Arbeit“. Er habe sich in puncto Mentalität und Biss weiterentwickelt und die Liga noch mehr angenommen. Dass er in der 2. Bundesliga eine gute Rolle spielen kann, davon war sein Trainer ohnehin überzeugt. „Wir waren auch von Beginn an mit Max zufrieden“, sagt Achim Beierlorzer. „Man muss aber auch sehen, dass wir auf der Sechs eine enorme Konkurrenzsituation haben.“

Einzig gesetzt im Regensburger Zentrum ist Mittelfeldmotor Andi Geipl, der – ausgenommen einer Gelbsperre – bislang alle Spiele absolviert hat. Um die Position daneben stritten sich Thalhammer, Adrian Fein und Marc Lais. In der Vorrunde hatte Fein die Nase vorne, verletzte sich aber in der Wintervorbereitung. Im Duell mit Lais hat sich Thalhammer vorerst durchgesetzt. „Er ist aktuell in allen Bereichen einen Tick vor Marc, deshalb spielt er“, erläutert Beierlorzer.

Gute Anlagen für seine Position, so der Trainer, bringt der gebürtige Freisinger ohnehin mit. „Er hat eine super Größe und Schnelligkeit, kann auch im Spiel nach vorne Akzente setzen“, lobt Beierlorzer. In seinem Zweikampfverhalten habe er sich im Laufe der Saison weiterentwickelt, ebenso im Kopfballspiel. Auch Thalhammer findet: „Im Spiel gegen den Ball und im Zweikampf habe ich mich verbessert.“ Das sei verbunden mit einem gesteigerten Selbstvertrauen im Spiel mit dem Ball.

Beste Passquote der Jahnelf

Bei einem Blick auf die Statistik Thalhammers fällt eine Zahl ins Auge: 80,86 Prozent seiner Pässe bringt er zum Mitspieler – Bestwert der Regensburger. „Max ist technisch stark, das zeigt diese Quote“, sagt Beierlorzer. Man müsse aber auch sehen, dass Thalhammer weniger Ballaktionen habe als zum Beispiel Nebenmann Geipl. Ein Punkt, in dem der Trainer auch noch Entwicklungspotenzial bei seinem Schützling sieht: „Ich würde mir wünschen, dass er das Spiel noch aktiver gestaltet und die Anzahl seiner Ballaktionen erhöht.“

Auch Thalhammer sieht noch Luft nach oben in seinem Spiel. „Ich kann mich in allen Punkten noch weiterentwickeln“, sagt er. Als fest etablierter Spieler in der 2. Bundesliga sehe er sich zwar noch nicht, aber: „Ich bin auf einem guten Weg.“

SSV Jahn "im Soll und zufrieden"

Auf einem guten Weg ist auch die Jahn-Mannschaft im Gesamten. Mit 36 Punkten nach 24 Spielen ist das Saisonziel Klassenerhalt fast geschafft. „Wir sind voll im Soll und zufrieden“, sagt Thalhammer. Sich auf der aktuellen Situation auszuruhen, das kommt für die Oberpfälzer aber nicht infrage. Mit Duisburg, Fürth und Darmstadt geht es nun gegen drei Teams aus der unteren Tabellenhälfte, die Punkte für den Klassenerhalt brauchen. „Das werden schwierige, vielleicht auch eklige Spiele für uns. Es wird wichtig sein, dass wir da entschlossen dagegenhalten“, blickt Thalhammer voraus.

Weniger gut als beim Jahn läuft es derzeit bei Thalhammers Stammverein, dem FC Ingolstadt. Die „Schanzer“ liegen derzeit auf dem vorletzten Platz. Thalhammer verfolgt das Geschehen bei den Oberbayern natürlich und drückt die Daumen für den Klassenerhalt. Alleine schon, weil er nach aktuellem Stand im Sommer zum FCI zurückkehren würde. Was tatsächlich passiert, ist allerdings noch offen. „Ich kann mir durchaus auch vorstellen, in Regensburg zu bleiben“, sagt Thalhammer.

Sehen Sie in "BAYdfüßig" von idowa und sporttotal.tv die Highlights des vergangenen Wochenendes im ostbayerischen Amateurfußball.

Weitere Artikel

 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading

Videos