SSV Jahn Regensburg Ein frisches Grün fürs Jahnstadion

Noch relativ braun, aber doch stetig grüner sieht der Rasen im Jahnstadion Regensburg aus. Foto: Fabian Roßmann

Zum ersten Mal seit Bestehen des neuen Jahnstadions wird der Rasen erneuert. In Corona-Zeiten hat sich der SSV Jahn dafür eine spezielle Variante einfallen lassen.

Die Profis des SSV Jahn Regensburg dürfen sich in der kommenden Saison auf ein frisches Grün bei ihren Heimspielen freuen. Der Club nutzt die Sommerpause, um den Rasen im Jahnstadion zu erneuern – das erste Mal übrigens seit der Stadioneröffnung 2015.

Weil eine Rasenerneuerung aber Geld kostet und man speziell zu Corona-Zeiten noch mehr auf die Kosten achtet, hat der Jahn eine „kreative Lösung gefunden, um ein gutes Ergebnis mit geringerem finanziellen Aufwand zu erhalten“, wie Alexander Hahn, der dafür zuständige Abteilungsleiter Organisation und Infrastruktur, sagt. Einen neuen Rollrasen zu verlegen, hätte in etwa 150.000 Euro gekostet – die jetzige Lösung liegt bei rund 10.000 Euro und erfordert dazu viel „Herzblut und Arbeitsaufwand“ vom Team um Greenkeeper Peter Mauerer, so Hahn.

Gut im Ligavergleich

Bei der Qualität des Rasens war der Jahn allerdings auch bei den hohen Ansprüchen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) immer noch gut dabei. Beim „Pitch of the Year“-Award, bei dem die besten Rasen in den beiden Bundesligen ausgezeichnet werden, schnitten die Oberpfälzer im vergangenen Jahr auf dem sechsten Platz unter den Zweitligisten ab. Im Jahr zuvor war es sogar Rang zwei. Warum der Rasen dennoch erneuert wird, erklärt Mauerer mit einem Vergleich zum menschlichen Körper. „Wenn man älter wird, kriegt man Altersflecken, die gibt es beim Rasen auch. Die hellen Stellen sind Fehlgräser. Das ist im Sommer in Ordnung, aber im Herbst verlieren sie an Stabilität und Haltbarkeit.“

Und wie sich der Spielplan für kommende Saison darstellt, wird es auch im Winter viele Spiele geben. Bis unmittelbar vor Weihnachten läuft der Spielbetrieb, im Januar soll es schon wieder weiter gehen. Auch das ist ein Grund, warum man sich nun für die Erneuerung entschieden hat. „Gerade weil im Winter bei schlechter Witterung viel gespielt werden wird, war es an der Zeit, den Schritt zu gehen“, sagt Alexander Hahn und ergänzt: „Die Haltbarkeit von fünf Jahren ist schon enorm gut.“ Andere Clubs im Profibereich würden den Rasen zum Teil jährlich austauschen.

So laufen die Arbeiten

Gleich nach Saisonende machten sich Peter Mauerer und sein Team an die Arbeit. Im ersten Schritt wurden der Rasen und der Aufbau der letzten fünf Jahre mit rund 40 bis 60 Tonnen Sand pro Jahr heruntergefräßt. Im nächsten Schritt wurden wieder 30 Tonnen Sand aufgebracht und mit der vorhandenen Rasentrageschicht verarbeitet. Anschließend wurde mit 31 Gramm pro Quadratmeter nachgesät, dieser Schritt wird nach vier Wochen nochmals wiederholt. Mauerer ist zuversichtlich, als er am Mittwoch auf den immer noch recht braunen, aber doch immer grüner werdenden Untergrund im Stadion blickt.

Der neue Rasen passt auch in die Entwicklung des Jahn im infrastrukturellen Bereich, nachdem in den Vorjahren jeweils die Plätze am Trainingsgelände am Kaulbachweg erneuert worden waren. „Die Entwicklung geht immer weiter“, sagt Mauerer. „Wenn die Trainingsplätze so gut sind, dann sollte es auch der Anspruch sein, dass der Rasen im Stadion auf jeden Fall auch dieses Niveau hat oder besser ist.“ Der Jahn investiert weiter in seine Infrastruktur – auch auf dem Trainingsgelände, wo zurzeit ein neues Funktionsgebäude für die Profis entsteht und zudem ab der kommenden Woche die Beregnungsanlage erneuert werden wird.

Faktor Wetter

Stichwort Regen: Das Wetter ist nun ein wichtiger Faktor für die Entwicklung des Rasens im Jahnstadion – gerade weil die Gräser noch sehr jung sind. Mauerer zieht erneut den Vergleich zum Menschen: „Wenn ich drei Stunden in der prallen Sonne bin, macht es mir nicht so viel aus. Ein Kleinkind ist danach aber feuerrot.“ Ähnlich sei es mit dem Rasen – „die Pflänzchen sind noch sehr sensibel und fein im Aufbau.“ Das Wetter der letzten Tage sei optimal für den Rasen. Es sollte nicht über 30 Grad haben und nachts sollte die Bodentemperatur nicht unter 15 Grad fallen – „dann wächst der Rasen 24/7“, erklärt Mauerer.

Bis zum Saisonstart, ist der Greenkeeper optimistisch, wird das Grün wieder in einem guten Zustand sein. Anfangs sicherlich noch etwas weicher und sandiger als zuletzt – aber auf das Spiel hat das laut Mauerer keinen Einfluss. „Es kann nur sein, dass die Spieler ein bisschen darüber klagen, dass sie offene Knie haben“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Circa im Oktober sollte der Rasen dann wieder auf dem Niveau wie zuletzt sein. Dann wird Peter Mauerer auf der Tribüne im Jahnstadion sitzen und zufrieden auf das Grün blicken. Denn dann hat sich die harte Arbeit der letzten und nächsten Wochen gelohnt.

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