SSV Jahn Regensburg Christian Keller über die Auswirkungen des Trainerwechsels und das Anforderungsprofil des neuen Trainers

Im Umfeld ist eine große Enttäuschung zu spüren. Liegt das auch daran, dass sich Heiko Herrlich selbst eine enorme Fallhöhe aufgebaut hat, von der er jetzt im Sturzflug runtergesaust ist?
Keller: Das kann ich so bejahen.

Haben Sie das Gefühl, dass mit diesem Trainerwechsel die Aufstiegseuphorie dahin ist?
Keller: Ich denke, dass bei den Fans einfach eine große Enttäuschung da ist. Auch vor dem Hintergrund von Heikos Treuebekenntnis. Die Euphorie sollte aber nicht weg sein. Denn eines muss jedem klar sein: Es wird zwar ein anderer Trainer an der Seitenlinie stehen, aber wir spielen nächste Saison trotzdem 2. Bundesliga. Da muss sich einfach jeder darauf freuen und ich persönlich freue mich sehr darauf.

Oberste Priorität genießt aktuell sicher die Trainersuche. Wie sieht das Anforderungsprofil aus?
Keller: Es gibt drei Säulen. Der Trainer muss zu unserer Spielphilosophie passen. Er muss als Persönlichkeit zu uns passen, das heißt er muss eine integere und eine stabile Persönlichkeit sein. Als drittes muss er auch ein Entwickler sein, er muss Spieler nach vorne bringen können.

Was haben Sie aus Ihren bisherigen drei Trainerverpflichtungen Alexander Schmidt, Christian Brand und Heiko Herrlich gelernt?
Keller: Man lernt natürlich immer etwas. Man kann den Trainer so gut auswählen wie man möchte. Aber wie der Trainer dann speziell hier im Verein bei den Bedingungen vor Ort tickt, das weiß man erst nach ein paar Wochen. Ein Trainer muss in ganz viele Richtungen in einem Verein wirken. Er ist nicht nur für die Mannschaft verantwortlich, er muss ebenso mit den Medien, den Fans, den Sponsoren und den internen Gremien interagieren. Das ist ein sehr komplexes Konstrukt. Bei der Auswahl muss man ein Gespür bekommen, ob der Trainer für alle Ebenen passt und darf dabei keine vernachlässigen.

Gibt es für eine Situation wie die aktuelle eine Art Trainer-Scouting im Verein?
Keller: Wir sind da nicht so systematisch unterwegs wie im Spielerbereich, das muss ich einräumen. Wenn man aber Spieler oder Mannschaften beobachtet, dann beobachtet man den jeweiligen Trainer ja auch automatisch mit. Dann sieht man, ob da ein Guter an der Seitenlinie steht oder jemand, der zumindest nicht nach Regensburg passen würde. Unsere Scouts haben den Auftrag, bei Spielbeobachtungen auch auf den Trainer zu achten, genauso mache es auch ich. Deshalb haben wir schon ein paar Ideen.

 
 
 

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