Sportwetten Experten fordern schärfere Werbebeschränkungen

 Foto: imago

Der Bremer Suchtforscher Tobias Hayer spricht sich für ein weitgehendes Werbeverbot für Sportwetten im Umfeld von Fußballspielen aus.

"Ich halte es für absolut keine gute Idee, dass etwa Fußball-Bundesligisten mit dem Logo eines Wettanbieters auf dem Trikot herumlaufen oder Wettanbieter zu den Hauptsponsoren eines Clubs zählen", sagte Hayer der Deutschen Presse-Agentur. Mehr Werbung führe zu mehr Spielanreizen und Suchtgefahr.

Dem Forscher gehen die geplanten Werbe-Richtlinien im neuen Glücksspiel-Staatsvertrag nicht weit genug. Aus der Suchtprävention in anderen Feldern wisse die Forschung, dass schärfere Regeln helfen - etwa beim Alkohol-Werbeverbot auf Trikots. "Diese Erfahrungswerte sollte man auch auf das Glücksspiel übertragen", sagt Hayer.

Die Bundesländer hatten sich im Januar nach langen Verhandlungen im Grundsatz auf eine weitgehende Reform des deutschen Glücksspielmarktes geeinigt. Die Ministerpräsidenten wollen dem neuen Staatsvertrag bei ihrer Sitzung an diesem Donnerstag grundsätzlich zustimmen. Die Reform sieht vor, bisher illegale Glücksspiele im Internet, darunter auch Sportwetten, künftig zu erlauben.

Aggressive Werbung im Umfeld von Sportwetten sieht auch Transparency International kritisch. "Uns geht das, was im neuen Staatsvertrag an Werbeeinschränkungen vorgesehen ist, nicht weit genug", sagt die Leiterin der Arbeitsgruppe Sport Sylvia Schenk. Es bestehe wegen der Werbung ein hohes Sucht- und Verlockungspotenzial, durch das auch etwa Fußballspieler für Sportwetten angesprochen werden könnten.

 

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