Sport und Fitness Drei Männer, eine Idee: Das Start-up „Alpletics“

Models mit der neuen Kollektion. Die Produkte von „Alpletics“ heißen „Alpenpracht“ oder „Koa Pain Koa Gain“ . Foto: Alpletics

Der Berg hat Philipp, Lukas und Thomas laut gerufen. So laut, dass die drei 2016 das Sportmodelabel „Alpletics“ gegründet haben. Jetzt gibt es eine neue Kollektion. Und hat man die Produkte an, will man gleich die Sportschuhe anziehen.

September 2016: Philipp liegt auf der Couch, als er einen Geistesblitz hat. Ein Label, das die Sport- und Outdoorszene mit der alpenländischen und bayerischen Tradition verbindet. Der 20-Jährige und sein 22-jähriger Kumpel Lukas wollten schon lange ein Start-up-Unternehmen gründen. Die Idee bietet sich an. Philipp muss Lukas nicht lange überreden. Zu zweit wollen die beiden nicht bleiben. Zu dritt diskutiert es sich leichter. Gut, dass sie den 27-jährigen Thomas bereits im Hinterkopf haben.

Faire Arbeitsbedingungen

Das erste offizielle Treffen findet am 14. November 2016 statt. Die Firma wird eingetragen und die ersten T-Shirts geplant. Auf der ISPO (Internationale Fachmesse für Sportartikel und Sportmode) in München suchen die drei aus Mallersdorf-Pfaffenberg im Landkreis Straubing-Bogen Anfang 2017 nach Produzenten. In Asien wollen sie ihre Produkte nicht herstellen lassen. Die Entscheidung: Über einen Zwischenhändler in München lassen die drei unter fairen Arbeitsbedingungen in Portugal produzieren. Die ersten T-Shirts erhalten sie im Mai.

Im Juni startet „Alpletics“ ein Crowdfunding. Interessierte spenden einen Betrag und erhalten als Gegenleistung ein Produkt von „Alpletics“. Das Crowdfunding nutzen die Jungs also als Vorverkauf. Denn die Produkte haben sie vorher schon in Auftrag gegeben. Am 1. Juli eröffnen Philipp, Lukas und Thomas den Onlineshop: www.alpletics.com.

Eigentlich studiert Philipp Wirtschaftsingenieurwesen. Bei „Alpletics“ ist er für Design und Einkauf zuständig. Lukas arbeitet als Diplom-Verwaltungswirt. Bei ihrem Sportlabel übernimmt er die Aufgaben Marketing und Services. Thomas ist Produktdesigner und kümmert sich bei „Alpletics“ um Vertrieb und Finanzen.

Immer unabhängiger

Ihr Projekt soll erstmal nebenberuflich bleiben. „‚Alpletics‘ ist unser Hobby“, sagt Lukas. Aber der Arbeitsaufwand werde immer mehr. Die Arbeit machen sie sich selber. Sie wollen so unabhängig wie möglich werden. Mittlerweile haben sie sich eine eigene Maschine gekauft, um den Druck selbst in die Hand zu nehmen.

Streit gibt es zwischen den Freunden nicht, sagen sie. Nur Diskussionen. Die sind ihnen aber wichtig. Sie sind froh um jedes Gespräch, im Nachhinein ist es meistens besser als vorher. Drei Personen seien dafür die ideale Zahl. Ohne Diskussionen „ist das Projekt nicht lebendig“, meint Philipp. Solange aber nicht alle einverstanden sind, wird keine Entscheidung getroffen. Die größte Herausforderung war für Lukas der Anfang, der „Jetzt greifen wir es an“-Punkt. Philipp bezeichnet „Alpletics“ als „Dauer-Herausforderung, aber keine riesige Wand“.

Dankbar sind sie nicht nur Familie und Freunden, sondern auch den Kooperationspartnern. Ein professioneller Filmer, der unter anderem Werbevideos für „Sportcheck“ dreht, kümmerte sich um Videos und Produkttrailer, beim ersten Foto-Shooting half ein erfahrener Fotograf und der Webshop stammt aus Profi-Händen. Die Jungs können sich auf 15 Influencer verlassen, die ihre Marke so vertreten, wie die Gründer sich das vorstellen. Ein paar haben sie persönlich kennengelernt. Daraus sind Freundschaften entstanden. Das sei sehr gut. So stehen die Botschafter noch mehr hinter der Marke als vorher.

Größer – und nachhaltiger

Die Zukunft soll größer werden. Und nachhaltiger. Seit 1. Januar 2018 spendet „Alpletics“ ein Jahr lang einen Euro pro verkauftem T-Shirt an den Bund Naturschutz. Damit sollen die bayerischen Alpen erhalten werden.

Den Gründern ist respektvoller Umgang mit Natur und Mensch wichtig. Sie wollen auf Bio-Baumwolle und Polyester, der aus Plastikflaschen aus dem Meer recycelt wurde, umstellen. Das sei aber sehr teuer. Daher: Reichweite steigern und die Marke bekannt machen. „Je besser es läuft, desto schneller stellen wir um“, erklärt Thomas.

 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading

Videos