Sport in der Region Tanzen ist wie mit den Füßen zu träumen

Das Tanzhaus Delicious probt ihre Choreographien bis ins letzte Detail. Foto: Bastian Häns

Im Tanzhaus Delicious in Straubing wird "mit den Füßen geträumt". Wir haben im Rahmen unserer Serie "Sport in der Region" bei einem Training vorbeigeschaut.

Ein großer, imposanter Kronleuchter hängt von der Decke. Vor einer Spiegelwand sieben junge Frauen. Sie proben gerade ihre neuen Choreographien. Die Tänzerinnen der Showtanzgruppe "Cheerlicious" vom Tanzhaus Delicious aus Straubing treffen sich jeden Freitagabend.

"Wir haben die Tanzschule vor zwölf Jahren gegründet. Damals war ich 20 Jahre alt, Carola (Semmelmann, Mitgründerin des Tanzhauses, Anm. d Red.) ein bisschen älter", sagt Ludmilla Auer, die Geschäftsführerin des Tanzhauses Delicious. Zuvor hatte sie noch Volleyball gespielt. "Irgendwann wollte ich nicht mehr und habe mit dem Tanzen angefangen." Geplant war zunächst nur eine Gruppe, doch der Zuwachs wurde immer stärker. Schnell waren am Samstag fünf Gruppen belegt. Mittlerweile gibt es neun feste Gruppen und ungefähr 150 Mitglieder. Ab drei Jahren ist jeder willkommen.

Schnelle Drehungen, Armbewegungen, Kicks und für einen Laien unmögliche Tanzschritte probt die Gruppe heute. Zu Songs wie Kendrick Lamars "Humble" oder "You don‘t know me" von Jax Jones drehen sie sich, gehen in die Hocke – immer passend zu Songtext und Rhythmus. "Aaaaah", Lilly ärgert sich. Gerade hat sie einen Tanzschritt nicht perfekt ausgeführt. Versuch um Versuch, bis die Choreo sitzt.

Musik im Mittelpunkt

"Wenn man die Musik nicht liebt, kann man nicht tanzen", ist sich Auer sicher. Dabei ist es nebensächlich, welche Musik man gerne hört, wie alt man ist, oder welches Geschlecht man hat. "Wer tanzen will, ist hier willkommen", sagt Auer. "Man kann einfach Emotionen rauslassen und man fühlt sich einfach gut danach", sagt Semmelmann.

Für eine komplette Choreographie übt die Gruppe bis zu acht Wochen. Die Truppe wird von den Tänzerinnen selbst trainiert. Die Schritte üben Krissi Dudas, Chantal Bogutz und Lilly Kandler. Semmelmann erklärt: "Das ist wie der Spielertrainer beim Fußball. Die Mädels tanzen, trainieren und kümmern sich um das Organisatorische." Die Musik und der laute Bass ertönt. 1,2,3 und los. Diesmal funktioniert es besser. Die Choreographie klappt.

Lesen Sie hier: Schwimmen im Verein – Gesundheit für Körper und Geist

"Beim Tanzen ist man so variabel. Man hat verschiedene Lieder, Tanzschritte und Outfits", so Bogutz. Schmunzelnd fügt sie hinzu: "Wieso ich keine andere Sportart gewählt habe? Ich und Bälle – wir verstehen uns einfach nicht." Die Showtanzgruppe der Tanzschule tritt regelmäßig auf Stadtfesten auf. Doch sie wollen mehr. "Unser Ziel ist es, nächstes Jahr eine Meisterschaft mitzumachen", sagt Semmelmann.

Ablenkung vom Alltag

Dancing is like dreaming with your feet – das steht zumindest auf der Internetseite des Tanzhauses Delicious. Träumen mit den Füßen? "Ich war immer glücklich beim Tanzen. Ich schalte alles andere aus und denke nicht an meinen Alltag. Mein Kopf ist danach frei und ich habe etwas gelernt", erklärt Auer. Vor allem das Gesamtergebnis, das Ziel, auf das man hinarbeitet, motiviert immer wieder, ins Training zu gehen und einen neuen Tanz zu beginnen.

Die Gruppe ist eine Familie. "Hier kennen sich alle", sagt Auer. "Es interessiert hier eigentlich niemanden, wie alt du bist und wie gut du letztendlich tanzen kannst. Es ist wie eine riesengroße Patchwork-Family."

Weiter im Training. Das nächste Lied. Nach den ersten Versuchen merkt Bogutz, dass vor allem die Drehung einigen noch schwerfällt. "Versucht, euch bei der Drehung auf einen Punkt zu fokussieren, dann steht ihr sicherer und wackelt nicht", gibt sie den Tipp.

Tanzen – eine Therapie

"Ich könnte das Tanzen nicht mehr aus meinem Leben wegdenken. Es ist wie eine Therapie für mich. Ich kann meine Gefühle rauslassen und in die Bewegungen einfließen lassen", sagt Bogutz. "Beim Tanzen kann man in verschiedene Rollen schlüpfen", so die Vortänzerin weiter. "Etwas männlichere, kräftigere Tanzschritte, oder auf der anderen Seite die weiblichen Tanzschritte, die oft sexy sind."

"Ich unterrichte die kleinen Kinder und Cheerlicious. Du teilst mit allen eine Leidenschaft und du gehst eine Verbindung mit den anderen ein. Hier entstehen enge Freundschaften", sagt Bogutz. Das Tanzen verbindet.

Man merkt es den Tänzerinnen an, dass ihnen ihr Sport Spaß macht. "Eigentlich tanze ich jeden Tag. Im Auto bewege ich mich zur Musik, in der Disco bin ich immer die Erste auf der Tanzfläche und hier im Tanzhaus unterrichte und tanze ich fast das gesamte Wochenende. Unter der Woche tanze ich daheim und übe Choreos ein", sagt Bogutz. Man merkt auch, dass der Sport anstrengend ist. Mit rotem Gesicht tanzt Lilly den letzten Tanz des Abends. Jetzt geht der Großteil der Gruppe noch feiern. Um in der Disco weiterzutanzen.

Klicken Sie sich hier durch die Bildergalerie.

 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading

Videos