Spitzen-Forschung in Straubing Wissenschaftspreis: Zwei Preisträger im Interview

Der Straubinger Campus für Biotechnologie und Nachhaltigkeit an der Schulgasse bringt auch heuer wieder zwei Preisträger für den Wissenschaftspreis hervor Foto: krf

Zwei Preisträger werden am Mittwoch durch den Verein Hochschulstadt Straubing e.V. und den Rotary-Club mit dem Wissenschaftspreis 2019 ausgezeichnet. Im Gespräch mit Gäuboden aktuell unterhalten sich beide Forscher über ihren Werdegang, ihre prämierte Arbeit - und den Standort Straubing.

Michael Schneider erhält den Wissenschaftspreis in der Kategorie "Masterarbeit". Seine Abschlussarbeit, die er im August 2018 einreichte, trägt den Titel "Konzepterstellung für einen energie- und kosteneffizienten Betrieb des Heizsystems im Werk 1 der ZF Friedrichshafen AG am Standort Passau".

Herr Schneider, Glückwunsch zum Wissenschaftspreis. Können Sie uns erklären, was Sie in Ihrer Arbeit untersucht haben?

Schneider: Ich habe mir am Werksstandort Passau der ZF Friedrichshafen das zentrale Heizhaus angeschaut, das noch aus den 1970er-Jahren stammt. Dafür habe ich mir Modernisierungen überlegt und ein Konzept für ein Blockheizkraftwerk entwickelt, mit dem man Strom gewinnen kann und das gleichzeitig die Abwärme nutzt. Ergebnis: Wenn alle meine Maßnahmen umgesetzt würden, liefe das Heiznetz kostenneutral.

Sie haben also die Arbeit in der Firma geschrieben?

Schneider: Der überwiegende Teil fand in der Firma unter Hubert Holzbauer statt, aber ich wurde auch erstklassig von Professor Josef Kainz unterstützt, den ich bei allen Problemen jederzeit erreichen konnte.

Wie sieht Ihr wissenschaftlicher Werdegang aus?

Schneider: Studiert habe ich den Masterstudiengang Nachwachsende Rohstoffe der TU München am Standort Straubing. Mein Schwerpunkt war die energetische Nutzung nachwachsender Rohstoffe. Meinen Bachelor habe ich zuvor in Molekularer Biotechnologie auch an der TU München abgelegt.

Wollten Sie nach Ihrem Bachelor gleich den Master machen?

Schneider: Ja. Der Bachelor war nicht schlecht, aber ich wollte noch mehr in Richtung Ingenieurs- und Umweltbereich gehen. Molekulare Biotechnologie war zwar auch sehr technisch, aber für mein Empfinden war das noch zu wenig (lacht).

Was tun Sie jetzt nach dem Masterabschluss?

Schneider: Ich bin direkt ins Arbeitsleben eingestiegen. Seit September bin ich bei der Firma Sumida in der Nähe von Passau tätig. Das ist ein Automobilzulieferer für elektrische Komponenten. Eine unserer Hauptkomponenten sind Antennen für schlüssellose Zugangssysteme.

Wie viel von dem, was sie im Studium gelernt haben, wenden Sie nun in Ihrem Job an?

Schneider: Einen großen Teil. Ich betreue in der Firma das Umweltmanagement, dort sind meine Fähigkeiten aus dem Studium gut aufgehoben.

Was hat für Sie den Ausschlag für das Studium in Straubing gegeben?

Schneider: Ich war auf der Suche nach einem Masterstudiengang, der noch mehr meinen Neigungen entspricht, wollte aber unbedingt an der TU München bleiben. Auf der Liste aller möglichen Studiengänge habe ich den Master Nachwachsende Rohstoffe entdeckt - da habe ich gleich gedacht: das passt. Erst später habe ich gemerkt, dass der Studiengang in Straubing angesiedelt ist. Straubing liegt aber ohnehin näher an meiner Heimat und auch die Wohnungen sind preiswerter. Damit war die Entscheidung schnell gefallen.

Wie fanden Sie die Studienbedingungen vor Ort?

Schneider: Der größte Vorteil von Straubing ist die exzellente Betreuungssituation. Die familiären Studienbedingungen sind absolut spitze. Man ist extrem nah an den Professoren und kann sie jederzeit problemlos ansprechen - besser geht es eigentlich nicht. Das kannte ich auch so aus dem Bachelor nicht. Der zweite große Vorteil ist der Studiengang, bei dem man sehr frei ist. Man kann sich die Inhalte nach seinen Vorlieben und Berufszielen aussuchen.

Wie war Ihre Zeit in Straubing?

Schneider: Es war eine sehr schöne Zeit. Ich hatte anfangs eine kleine Studentenwohnung, später war ich Pendler aus meinem Heimatort Büchlberg in der Nähe von Passau. Dort wohne ich nach wie vor.

Fehlt Ihrer Meinung noch etwas in Straubing?

Schneider: Ja, ein Studentenwohnheim in staatlicher Hand. Die Mietpreise sind explodiert und Wohnungen werden auch in Straubing knapper.

Aber Sie würden noch einmal in Straubing studieren?

Schneider: Ja, absolut, zu 100 Prozent.

Lesen Sie das zweite Interview auf der nächsten Seite.

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