Die SPD könne man nicht mehr ignorieren, sagt Generalsekretär Lars Klingbeil. Der Union sind die Sozialdemokraten dicht auf den Fersen, die Grünen haben sie hinter sich gelassen. Warum das so ist? Weil die SPD Geschlossenheit verkörpere, sagt er im Interview mit unserer Redaktion. Und auch, weil die Leute erkennen würden: Auf den SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz sei Verlass.

Willkommen in Bayern, Herr Klingbeil. Haben Sie unserem Ministerpräsidenten ein Geschenk mitgebracht? Schließlich hilft er der SPD tatkräftig im Wahlkampf, indem er den Unionskanzlerkandidaten demontiert.

Lars Klingbeil: Söder hat ja jetzt erklärt, Hauptgegner im Wahlkampf sei die SPD. Das ehrt mich. Bisher hatte man ja tatsächlich den Eindruck, dass sein Hauptgegner der gemeinsame Kanzlerkandidat Armin Laschet ist. Im Ernst: Union und Grüne haben über Wochen versucht, uns zu ignorieren - das ist vorbei. Die SPD ist ernsthaft im Rennen. Und das liegt auch daran, dass wir heute in der Sozialdemokratie eine Geschlossenheit haben, die es über viele Jahre nicht gab - und keinen Markus Söder, der in Talkshows gegen den eigenen Kanzlerkandidaten pöbelt.

Umfragen sehen die SPD nur noch knapp hinter der Union. Worauf führen Sie das zurück?