Sophias MUT „Team up to clean up“ - Müllabfuhr zu Fuß

Bei "Team up to clean up" treffen sich in Regensburg regelmäßig junge Leute, um die Stadt aufzuräumen. Foto: privat

Der Jugend reicht’s. Klimaerwärmung, Plastik in den Ozeanen und eine Politik, die ihrer Meinung nach viel zu wenig tut. Daher sind viele Menschen gerade engagiert wie nie. Unter ihnen: Bastian Gleich, Student in Regensburg, mit seinem spannenden Konzept „Team up to clean up“.

Müll sammeln und dabei neue Freunde finden? Funktioniert. Unter dem Namen „Team up to clean up“ organisiert der 23-jährige Bastian Gleich in Regensburg monatliche Treffen zum Stadt-Aufräumen. Und danach geht’s zusammen auf ein Getränk in die „Heimat“ oder bei schönem Wetter an die Donau. Aber von vorne. Nervenzehrende Prüfungszeit. Bastian sitzt seit Stunden vor dem Lernstoff in der Uni-Bibliothek. Den Kopf voller Gedanken, die wenig mit der nächsten Prüfung zu tun haben. Er versetzt sich zurück in die Zeit, in der er auf Reisen war. Doch diese Erinnerungen sind nicht nur positiv. Denn Bastian fallen auch die verschmutzten Strände in Indonesien, Dreck am Straßenrand und vermüllte Landschaften ein.

Einmal sensibilisiert für das Thema Umweltverschmutzung, sieht der 23-jährige Student auf dem Nachhauseweg und in den nächsten Tagen auch den Müll, der in der Regensburger Innenstadt herumliegt. „Irgendwann habe ich auf dem Weg zum Proberaum unserer Band eine Tüte mitgenommen und den Müll eingesammelt.“ Das fühlte sich gut und sinnvoll an, sagt Bastian. „Und außerdem war ich an der frischen Luft.“ Und plötzlich war da die Idee: Regensburg braucht ein Clean-up.

„Special deals“ für Aufräumer

Ein paar Wochen später im März: Plan, Termin und Facebook-Veranstaltung für das erste „Team up to clean up“ stehen fest. „Sagen wir Plastikmüll gemeinsam den Kampf an! Was an vielen Stränden bereits seit einigen Jahren regelmäßig stattfindet, soll jetzt auch in Regensburg Einzug halten. Helft dabei, unsere schöne Stadt, unsere Wälder und Flüsse sauber zu halten“, schreibt Bastian in der Beschreibung seiner Veranstaltung.

Von Anfang an mit im Boot: der Besitzer der Cocktailbar „Heimat“ in Regensburg, Tobias Maier. Seine Bar ist die Anlaufstation, in der sich die fleißigen Müllsammler nach dem Aufräumen zusammensetzen können. „Für alle, die mitmachen, gibt es in der ,Heimat‘ sogar Spezialpreise“, sagt Bastian und grinst. Auch seine Freunde finden Bastians Idee gut und helfen ihm, wo Hilfe gebraucht wird. Und sei es „nur“ mit sinnvollen Denkanstößen.

Dann ist der große Tag da. Vor dem ersten Clean-up ist Bastian nervös. Umsonst, wie sich herausstellen wird: Es kommen rund 25 Menschen. Müllsäcke und Handschuhe hat Bastian mitgebracht. Die Teilnehmer teilen sich in Teams ein. „Ich weiß, dass gleich am ersten Abend Freundschaften entstanden sind.“ Das Eisbrecher-Gesprächsthema ist nicht schwer zu finden.

Die Sammler werden von vielen Menschen angesprochen. Eine ältere Dame verteilt zur Unterstützung sogar Snacks. „Negative Reaktionen haben wir bisher zum Glück nicht erlebt.“ Der gesammelte Müll wird im Anschluss an die Veranstaltung abgeholt. Auch die Stadt Regensburg unterstützt Bastians Aktion.

Nächstes Ziel: Team-Shirts

Der Termin für Juni steht bereits fest. Am Dienstag, 4. Juni, geht es um 18 Uhr am Bismarckplatz in Regensburg los. Bastians Vision: „Verschiedene Teams, die an verschiedenen Standorten zu unterschiedlichen Zeitpunkten Müll sammeln.“ Es solle normal werden, Müll aufzuheben und auf die Umwelt zu achten. Für seine Vision hat der Student einen Wunsch: „Team-Shirts wären cool. Gerade weil uns viele Leute ansprechen, was wir machen und wo man uns finden kann.“ Bastian weiß, dass er mit seinen Clean-ups die Welt nicht retten wird. Aber er will zumindest „ein Bewusstsein für die Umwelt schaffen.“

 

Das ist "Team up to clean up":

Was: Gemeinsame Treffen, um Regensburg vom Müll zu befreien

Datum: Einmal monatlich (Bekanntgabe über Facebook), Nächster Termin: 4. Juni, 18 Uhr am Bismarckplatz in Regensburg

Organisator: Bastian Gleich, E-Mail: info.clean-up@web.de

Mitbringen: Wetterfeste Kleidung und Handschuhe (wenn nötig)

 

Hier findest du weitere Teile von Sophias MUT.

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading