Sophias MUT Kleidungs-Kunst: Der Straubinger Matthias Lehner kreiert regional, nachhaltig und fair produzierte T-Shirts

Matthias Lehners T-Shirts sind Handarbeit. Entscheidend für ihn: das Produkt so nachhaltig wie möglich zu produzieren. Foto: privat

Als „Flausen“ beschreibt der Straubinger Matthias Lehner seine Werke auf seiner Webseite. Darunter auch: Straubing-T-Shirts. Das Besondere: Diese sind regional, nachhaltig und fair produziert.

Wir sollten bewusster leben. Nicht so schnelllebig. Sei’s im Alltag oder beim Kauf eines T-Shirts“, sagt Matthias Lehner. Lieber weniger, dafür langanhaltender. „Wir haben es in der Hand, das sollten wir uns vor Augen halten.“

Matthias ist digitaler Künstler, Teil der „teamElgato Werbeagentur“ in Straubing. 2011 hat er außerdem „Grafinesse“ gegründet, seine eigene „Grafikschmiede“.

Nicht zufällig kommt er direkt am Anfang auf das Thema T-Shirts. Warum, wird sich gleich zeigen.

Größtenteils macht Matthias Posterkunst, die digital entsteht und später analog als Kunstdruck endet. Doch es gibt auch ein anderes Projekt, dem Matthias einen großen Teil seiner Zeit widmet: „Woidliebe“. Ein Label, unter dem er seine Kunst auf Textil bringt. Bisher gibt es zwei T-Shirts: beides Straubing-Motive.

Gedruckt wird in der eigenen Garage

„Woidliebe“ repräsentiere die Liebe des Künstlers zur Natur, zum Wandern und zum Bayerischen Wald. Seit der Gründung 2018 werden die Produkte „mit regionalem Gedanken nachhaltig und unter fairer Produktion hergestellt“. Die Shirt-Rohlinge bezieht der Künstler aus Belgien. Ein Textilhersteller in Deutschland genüge den Ansprüchen leider nicht. Trotz des längeren Transportwegs gebe es dazu bisher keine Alternative. „Wir kaufen nur Textilien, die dem ,Global Organic Textile Standard‘ unterliegen und so Nachhaltigkeit garantieren.“

Auch die Labels werden regional an die Shirts genäht. „Das macht Kathrin von ‚Wollen Yarn‘ in Straubing.“ Seine Produktionspartner hat Matthias Lehner nicht leichtfertig ausgesucht. Vor allem wenig Bürokratie und Umweltbewusstsein beeinflussen seine Wahl.

Die Motive des 36-Jährigen entstehen in seinen Gedanken. Später werden diese dann auf ein Sieb belichtet, weil „Siebdruck Vorreiter einer ökologischen Produktion ist.“ Dann wird gedruckt.

Den letzten Shirt-Release, „Straubing im Herzen“, habe er in einer Auflage von 100 Stück in seiner eigenen Garage gedruckt. „Jede Menge Arbeit, aber auch sehr viel Spaß“, sagt Matthias.

Es ginge einfacher und günstiger, aber das will Matthias nicht

Seine Zielgruppe ist nicht durch Alter oder Geschlecht definiert. Es seien eher die Menschen, die wissen wollen, was sie shoppen. „Für ein T-Shirt 25 Euro auszugeben, wenn man es in den großen Modeketten oder -discountern schon für fünf oder zehn Euro kaufen kann, sieht nicht jeder ein.“ Und doch: Handarbeit sei Handarbeit.

Natürlich ginge alles einfacher für den 36-Jährigen. Und günstiger. Doch wie er arbeitet, bedeutet für Matthias Zukunft. „Ich möchte nachhaltiger leben.“ Nicht nur bei seiner Kleidung. „Es geht bei der Wahl der Lebensmittel los und hört bei der Mülltrennung auf.“ Aber eines ist ihm wichtig: „Immer ohne Fingerzeig. Ich weiß, wie schwer das ist, aber jeder Versuch ist schon ein Schritt in die richtige Richtung.“

Alle bisherigen Teile von Sophias MUT gibt es zum Nachlesen hier.

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