Social Media Polizei: "Es war ein Ratschlag, weil die Sache eskalierte."

, aktualisiert am 05.03.2019 - 23:30 Uhr

Dass der ursprüngliche Post selbst keine Straftat darstellt, bestätigt die Polizei. Trotzdem fühlt sich Monika Wölk vom Ton der Polizeibeamten eingeschüchtert: „Ich war total geschockt, weil sie gesagt haben, ich sei daran schuld – hätte ich es nicht veröffentlicht, dann wäre auch alles andere nicht passiert.“

Dieser Schilderung widerspricht der Chef der Polizeiinspektion Schrobenhausen, Klaus Rewitzer. Als Einschüchterung sei dieser Anruf nicht gemeint gewesen: „Es war ein Ratschlag, eine Bitte an die Frau Wölk. Die Anzeige von Herrn Stemmer richtet sich auch nicht gegen sie, sondern gegen jemanden, der unter dem Post einen Kommentar geschrieben hat.“ Die Staatsanwaltschaft prüfe nun, ob gegen diese Person ermittelt werden soll. Als erste Sofortmaßnahme sollte der Facebook-Beitrag verschwinden, weil die Hetze gegen den Tiertransport-Unternemer immer weiter eskaliert sei. „Das meiste befand sich wie so vieles in den sozialen Medien irgendwo an der Grenze des Strafbaren“, erklärt Rewitzer. Diese Grenze sei dann erreicht, wo zur Gewalt aufgerufen werde oder bei persönlichen Beleidigungen.

Die Polizei wollte also erst mal Ruhe im Karton. So ähnlich ging es auch Monika Wölk nach eigener Aussage. Sie stellte den Post auf „nur für Freunde sichtbar“: „Wenn unter meinem Post so etwas wie Morddrohungen geschrieben werden, greife ich schon ein. Wenn allerdings nun jemand meinen Post nimmt und in irgendwelchen geschlossenen Gruppen postet, dann hab ich da natürlich keinen Einfluss drauf.“

„Frau Wölk hat definitiv nichts strafrechtlich Relevantes gemacht“, bekräftigt Klaus Rewitzer von der Polizei noch einmal im Gespräch mit idowa. Ein solcher Post sei vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. Es sei eher eine Stilfrage: „Ich hätt‘s so nicht gemacht.“

Eine Stilfrage war es aber auch, an der sich die Debatte im Netz erst entzündet hatte – sollte für Tiertransporte auf diese Art und Weise geworben werden? Laut Ansicht von Monika Wölk jedenfalls ist diese Diskussion wichtig und sollte weiter gehen: „Ich lass mir das auch nicht verbieten. Der Post wird auf jeden Fall irgendwann wieder öffentlich gemacht.“

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