Social-Media-App Warum „BeReal“ gerade so beliebt ist

So sieht „BeReal“ aus: Wer ein Foto aufnehmen möchte, hat zwei Minuten Zeit. Eine Besonderheit: Selfie-Kamera und normale Kamera sind zeitgleich aktiv. Foto: BeReal

Weg von der Hochglanz-Welt der Influencer, hin zum echten Leben. Das verspricht das soziale Netzwerk „BeReal“. Gerade erlebt es einen Boom.

Gerade einmal zwei Minuten: So viel Zeit bleibt dem „BeReal“-Nutzer, wenn die App ihn auffordert, etwas aus seinem Alltag zu posten. Wann sie das tut, ist zufällig. Und erst, wenn man seinen Post hochgeladen hat, wird sichtbar, was die Freunde an diesem Tag so machen.

Damit sollen die Nutzer der neuen Social-Media-App etwas zurückgewinnen, was anderen Netzwerken nach Meinung der „BeReal“-Macher abhandengekommen ist: Authentizität. Denn viele Instagram- und TikTok-Posts sind mittlerweile für die alles bestimmenden Algorithmen gemacht statt für die Freunde. Jedes Foto ist perfekt belichtet. Statt wirklichem Leben bekommen die User werbewirksame Scheinwelten vorgesetzt.

Nur die eigenen Freunde sehen das Zwei-Minuten-Bild

Mit dem Zeitlimit von zwei Minuten will „BeReal“ genau diese Scheinwirklichkeit verhindern. Wer zu lange braucht, kann immer noch posten, allerdings wird in der Nachricht angezeigt, dass sie „verspätet“ gesendet wurde. Dabei ist es egal, ob dieses „verspätet“ zwei Sekunden oder zwei Stunden lang gedauert hat.

Der zweite große Unterschied von „BeReal“ zu anderen Social-Media-Apps: Von Haus aus sehen erst einmal nur die Freunde das Zwei-Minuten-Bild. Wer will, dass seine Fotos von mehr Leuten gesehen werden, muss das erst explizit erlauben. Diese Posts werden dann im „Discovery“-Bereich angezeigt. Damit soll die Privatsphäre der Nutzer gewahrt bleiben und der Druck, sich vor Unbekannten verstellen zu müssen, wegfallen.

Der Trailer zur App:

Ob „BeReal“ mit diesem Ansatz Instagram und TikTok einholen kann, wird sich zeigen. Die App ist zwar schon 2019 gestartet, der Großteil der Nutzer ist aber erst in den vergangenen Wochen gekommen und setzt sich aus vielen Schülern und Studenten zusammen, denen Instagram und TikTok zu unpersönlich geworden sind.

Allerdings: Genau durch diese Zielgruppen entstand auch der Hype um TikTok, Instagram und sogar Facebook. Die warben am Anfang auch mit viel Privatsphäre und Posts für Freunde – nur um ihr System Stück für Stück umzukrempeln, als genügend Nutzer in der App waren, um für Werbekunden interessant zu sein.

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Hinweis: Dieser Text stammt aus der Freistunde, der Kinder-, Jugend- und Schulredaktion der Mediengruppe Attenkofer. Für die Freistunde schreiben auch LeserInnen, die Freischreiben-AutorInnen. Mehr zur Freistunde unter freistunde.bayern.

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