So verhalten Sie sich richtig Halter und Gemeinde in der Pflicht

Auch Tobias Welck, Pressesprecher des Landkreises Straubing-Bogen, verweist auf die Zuständigkeit der einzelnen Gemeinden. „Wenn es sich um ein verletztes Tier handelt, sollte es zu einem Tierarzt gebracht werden. Dieser kann auch nachschauen, ob das Tier mit einem Chip gekennzeichnet ist. Bei anderen, herrenlosen Tieren sollte die jeweilige Gemeinde verständigt werden“, sagt Welck. „Sollte ein Besitzer ausfindig gemacht werden, so wäre der für die Kostenübernahme verantwortlich.“ Bei herrenlosen Tieren ist die zuständige Gemeinde gefragt. Hier gebe es auch Gemeinden, die Pauschalregelungen mit Tierheimen haben. Dies sei aber individuell geregelt.

Findet man ein Haustier, das unverletzt und zutraulich ist, so rät der Tierschutzverein Straubing, das Tier anzubinden und auf Hinweise zum Besitzer abzusuchen. Das kann zum Beispiel eine Hundemarke sein. Möglicherweise weiß jemand aus dem näheren Umfeld, zu wem das Tier gehört. Zu den Öffnungszeiten des Tierheims kann man dort anrufen und das Tier abgeben. Außerhalb der Öffnungszeiten sollte der Finder Kontakt zu Gemeinde beziehungsweise Polizei aufnehmen. Die Gemeinde ist für die Unterbringung und Pflege verantwortlich. Diese Verpflichtung besteht allerdings nur, solange der Halter nicht bekannt ist oder ein Behandlungsvertrag zwischen dem Finder und dem Tierarzt geschlossen wurde. Einfach mitnehmen darf man das Tier nicht – das wäre Fundunterschlagung. Ist das Tier nicht zutraulich oder ist Gefahr im Verzug für Mensch oder Tier, sollte man sofort die Polizei einschalten.

Wie ist die Situation bei verletzten Tieren?

Anders gestaltet es sich, wenn man ein verletztes Tier findet. Ist das Tier zutraulich, kann man es selbst erstversorgen oder den Tierarzt mit der Erstversorgung beauftragen. Dort sollte man sich einen Kostenbescheid geben lassen. Das ist aus folgenden Gründen wichtig: Kann der Halter des Tieres ermittelt werden, muss dieser für die Kosten aufkommen. Ist es nicht möglich, den Halter zu ermitteln, steht die Gemeinde in der Verantwortung. Allerdings nur, wenn diese unverzüglich, also spätestens am nächsten Werktag, über das Fundtier informiert wird. Es muss also kein Finder Angst haben, auf den Tierarztkosten sitzenzubleiben, solange er seiner Pflicht nachkommt, die Gemeinde unverzüglich zu informieren. „Wir halten diese Regelung für absolut richtig, denn wenn es Unklarheiten bezüglich der Kostenübernahme gäbe, würde kein Finder mehr verletzte Tiere in die Tierklinik bringen und Tierärzte wären womöglich weniger motiviert, Notfälle zu behandeln, wenn sie Gefahr laufen, auf den oftmals hohen Kosten, insbesondere bei verunfallten Tieren, sitzen zu bleiben“, schreibt dazu die Tierklinik Oberhaching.

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