Showdown im Unterhaus Schalke und Bremen auf Aufstiegsmission

Der FC Schalke 04 führt die 2. Liga vier Spieltage vor Saisonende mit 56 Punkten an. Foto: David Inderlied/dpa

Sie stiegen im vergangenen Jahr aus der Bundesliga ab, wechselten den Trainer und befinden sich nach schwachem Start nun doch auf Aufstiegskurs. Schalke und Bremen sind ihrem Ziel nahe.

Elf Meisterschaften, elf Pokalsiege - und jede Menge Tradition. Im renommiertesten Fußball-Unterhaus der vergangenen Jahre steht ein Showdown mit beachtlicher Strahlkraft an.

Das Duell der einstigen Champions-League-Dauergäste FC Schalke 04 und Werder Bremen am Samstag (13.30 Uhr/Sky) stellt so manche Bundesliga-Partie in den Schatten. Erstmals seit Mitte Januar 2020 ist die Arena des Revierclubs mit 62.271 Fans ausverkauft. Die neu entfachte königsblaue Euphorie versetzt selbst einen altgedienten Schalker wie Mike Büskens ins Schwärmen: "Das ist fantastisch. Schön zu sehen, wie geschlossen dieser Verein in der jetzigen Phase ist."

Top-Duell im Aufstiegsrennen der 2. Liga

Rechtzeitig vor dem Saisonfinale hat sich Schalke nach zuvor eher dürftigen Zweitliga-Monaten in eine glänzende Ausgangsposition manövriert. Mit einem Sieg gegen den nur zwei Punkte schlechteren Verfolger Bremen könnte die Tabellenführung gefestigt werden. "Das ist für alle elektrisierend. Jeder Fußballer wünscht sich so ein Highlight", sagte Sportdirektor Rouven Schröder vor dem Kräftemessen der beiden Bundesliga-Absteiger. Auch Büskens verspürt Nervenkitzel: "Beide Teams haben einen Traum – und den wollen sie leben."

Der jüngste Aufwärtstrend schürt den Wunsch vieler Schalke-Fans, aus der Trainer-Interimlösung Büskens eine Dauerlösung zu machen. Schließlich gelangen seit dem Amtsantritt des Grammozis-Nachfolgers Anfang März fünf Siege in fünf Spielen. Doch das ist laut Schröder auch im Aufstiegsfall keine Option: "Es gab eine klare Absprache, egal wie das Ganze ausgeht. Es ist klar, dass es im Sommer mit Mike Büskens weitergeht. Aber nicht als Cheftrainer."

Ähnlich positive Erfahrungen mit einem Trainerwechsel machten auch die Bremer. Als Ole Werner Ende November für Markus Anfang übernahm, rangierte Werder scheinbar abgeschlagen auf Platz zehn. Mit sieben Siegen in seinen ersten sieben Spielen führte Werner seine Mannschaft zurück in die Aufstiegsregion. Dass zuletzt nur einen Sieg in den vergangenen fünf Partien gelang, kann die Vorfreude von Werner auf ein "wahnsinnig geiles Fußballspiel" nicht trüben.

Werner freut sich auf die Partie gegen Schalke 04

Trotz großer Personalsorgen in der Hintermannschaft - Ömer Toprak und Milos Veljkovic sind verletzt, Christian Groß fehlt wegen eines positiven Corona-Tests - geht der Fußball-Lehrer gelassen in das Match. "Kopfschmerzen bereitet mir das nicht", sagte er.

Genau deshalb tut der 33-Jährige den Bremern nach dem Impfpass-Skandal seines Vorgängers Markus Anfang auch so gut: Weil er immer die Ruhe behält - egal was passiert. Büskens Aufgabe war dagegen eher, die Schalker nach Wochen der Stagnation unter Dimitrios Grammozis emotional wieder aufzuladen. Auch das gelang überzeugend.

Nach Einschätzung des einstigen Bundesliga-Verteidigers Naldo, der sieben Jahre für Werder und zweieinhalb Jahre für Schalke spielte, könnte für beide Clubs der Traum vom schnellen Wiederaufstieg deshalb wahr werden. "Das ist nicht nur mein Wunsch, sondern ich sehe wirklich eine große Möglichkeit, dass beide die direkte Rückkehr in die Bundesliga schaffen. Es sieht für Königsblau und Grün-Weiß erstklassig aus", sagte der 39-Jährige der "Bild".

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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