Serien-Tipp In „Absolutes Fiasko: Woodstock ’99“ randalieren Tausende

Die Gäste von Woodstock ’99 verbrennen auf dem Festival beinahe alles, was sie in die Finger bekommen. Foto: Netflix

Die Netflix-Doku „Absolutes Fiasko: Woodstock ’99“ zeigt, wie ein Festival in den USA mit 400.000 Besuchern aufgrund der Geldgier der Veranstalter in Anarchie und Zerstörung ausartet.

Für Frieden und Liebe. Gegen den Vietnamkrieg. Das weltberühmte Festival im Jahr 1969 bei Woodstock ging in die Geschichte ein. 1999 will es der Organisator von damals, Musikproduzent Michael Lang, wieder neu aufleben lassen. Dieses Mal in Rome, einer Stadt im Bundesstaat New York. Doch bei dieser Neuauflage steht nicht „peace and love“ im Vordergrund. Die Veranstalter wollen vor allem eines: Geld verdienen. Niemand ahnt, dass die drei Festival-Tage in Chaos und Zerstörung enden werden ...

Darum geht’s: Statt auf einer grünen Wiese findet Woodstock ’99 auf einem ehemaligen Militärgelände statt – im Sommer bei fast 40 Grad Celsius Außentemperatur eher eine schlechte Idee. Die Betonflächen heizen sich auf, die Besucher finden kaum schattige Plätze. Die Wasserflaschen, die verkauft werden, sind teuer. Über 700 Menschen erleiden einen Hitzschlag oder dehydrieren. Die vorhandenen Toiletten und Duschen reichen bei Weitem nicht aus für die mehr als 400 000 Besucher. Und es gibt nicht einmal richtiges Sicherheitspersonal.

Während der Freitag noch relativ gut verläuft, wird am Samstag allmählich klar, dass sich etwas sehr Ungutes anbahnt. Das komplette Festival-Areal sieht aus wie eine Müllhalde. Personal zum Aufräumen oder genügend Mülleimer gibt es nicht. Zusätzlich schlägt die Hitze den Besuchern immer mehr aufs Gemüt.

Hier geht es zum Trailer: 

Als schließlich am Samstagabend Limp Bizkit auftritt, nimmt die Zerstörungswut der Besucher ihren freien Lauf. Der Sänger der Band, Fred Durst, animiert das Publikum von der Bühne aus dazu, seine Aggression einfach auszuleben. Die Leute beginnen, das Gelände auseinanderzunehmen. Frauen werden begrapscht, einige sogar vergewaltigt. Die Veranstalter merken, wie alles aus dem Ruder läuft. Und sind doch machtlos. Am letzten Festivaltag, dem Sonntag, kommen die Organisatoren während des Red-Hot-Chili-Peppers-Konzerts auf die Idee, Kerzen an das Publikum zu verteilen. Um eine schöne Stimmung zu schaffen. Wütenden jungen Leuten Feuer zu geben, ist jedoch eine denkbar schlechte Idee. Und so dauert es nicht lange, bis immer mehr Feuerstellen auf dem Gelände gezündet werden.

Die Besucher verbrennen nahezu alles, was sie auf dem Festival finden. Die Situation eskaliert immer mehr. Die Menschen laufen zu den Verkaufsständen, plündern sie und versuchen, die dort stehenden Geldautomaten aufzubrechen. Es wirkt fast, als wären wild gewordene Zombies auf Zerstörungstour.

Mittlerweile sind die Ausmaße von „Woodstock ’99“ überall im TV zu sehen. Die Menschen sind schockiert, was sich in Rome abspielt. Bei einer Pressekonferenz schieben die Veranstalter die Schuld jedoch gänzlich von sich – und auf ein paar „vereinzelte Arschlöcher“ zwischen den Besuchern.

In aller Kürze: „Woodstock ’99“ soll, wie das Woodstock im Jahr 1969, Frieden und Liebe verbreiten. Doch genau das Gegenteil passiert: Die Besucher randalieren und zerstören das Festival-Gelände.

Fazit: Es ist faszinierend und gleichzeitig schockierend, zu sehen, wie sich die Dynamik eines Festivals langsam in etwas Anarchisches verwandelt. Die Veranstalter machen aus Geldgier so ziemlich alles falsch, was man beim Organisieren eines Festivals falsch machen kann – und kreieren sich so den chaotischen Ausgang selbst.

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Hinweis: Dieser Text stammt aus der Freistunde, der Kinder-, Jugend- und Schulredaktion der Mediengruppe Attenkofer. Für die Freistunde schreiben auch LeserInnen, die Freischreiben-AutorInnen. Mehr zur Freistunde unter freistunde.bayern.

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