Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm erklärt uns, warum der Einsatz von Gewalt immer eine Niederlage ist, fragt aber auch, ob sie nicht gerechtfertigt sein kann, um Schlimmeres zu verhüten.

Frieden ist ein Sehnsuchtswort. Das gilt für alle Menschen guten Willens. Aber es gilt ganz bestimmt für die jüdisch-christliche Tradition. Frieden und Gerechtigkeit "küssen sich" - sagt der 85. Psalm. Das Wort "Frieden" steht in einem ganz umfassenden Sinne für das gute und heilvolle Leben in der Gottesbeziehung. "Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen" - so heißt es im Buch des Propheten Jesaja (54,10) -, "aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer." Das hebräische Wort Schalom steht für dieses umfassende Heilsein. Auch im Neuen Testament spielt der Friede eine zentrale Rolle. Das geht so weit, dass Christus sogar mit dem Frieden identifiziert wird. "Christus ist unser Friede", heißt es im Epheserbrief (2,14).