Als vierjähriges Kind habe ich 1945 gesehen, wie die Kriegsheimkehrer mit geschnitzten Krücken unter der Achsel auf einem Bein hupften. "Das andere hat er im Krieg verloren", sagte die Oma. Wie verliert man ein Bein, dachte ich? Aber ich fragte nicht, ich hatte als Kind das Gefühl, die Großen darf man vieles nicht fragen. An Silvester standen wir dann mit den Nachbarn auf der Straße und sangen gemeinsam und lauthals: "Nun danket alle Gott". Und mein Vater weinte. Ihm liefen richtige Tränen runter. "Er ist heimgekommen mit zwei Beinen und hat beide Arme. Das war Rettung", flüsterte mir mein Opa zu.