Über 200 Theologieprofessoren haben eine Stellungnahme unterzeichnet, in der sie der Erläuternden Note zum Segnungsverbot aus Rom mangelnde theologische Tiefe vorwerfen. Das Dokument ignoriere wissenschaftliche Erkenntnisse. Unterzeichnet hat auch Sabine Demel, Professorin für Kirchenrecht an der Uni Regensburg.

Frau Professorin Demel, Warum haben Sie die Stellungnahme unterschrieben?

Professorin Sabine Demel: Weil ich gegen die Botschaft darin protestieren will, dass überholte Sexualnormen höher stehen als die konkreten Lebenssituationen und Bedürfnisse, höher als das Glück und die Freude, aber auch die Scham und die Verletzlichkeit der Menschen in und an ihrer Sexualität. Weil hier letztlich die Freiheit in der Kirche auf die eigene Sexualität, auf das eigene Körperempfinden, auf das eigenständige Recht der sexuellen Lust als Gottes gute Gabe auf dem Spiel steht.

Warum treten Sie für Segnungen von homosexuellen Paaren ein?