Sea-Eye "Alan Kurdi": Weiter kein Hafen - Trinkwasser wird knapp

Dieses am 04.04.2019 von der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye zur Verfügung gestellte Foto zeigt Migranten, die sich nach der Rettung in den Gewässern vor Libyen auf dem Rettungsschiff «Alan Kurdi» ausruhen. Foto: Fabian Heinz/Sea-eye.org/AP/dpa

An Bord des "Sea-Eye"-Schiffes "Alan Kurdi", das aktuell mit 64 Flüchtlingen im Mittelmeer kreuzt, wird die Lage wohl immer schwieriger. Nach wie vor haben die Retter keine Erlaubnis erhalten, in einem Hafen anzulegen. Nach neuesten Meldungen musste sogar eine junge Frau evakuiert werden, die Kreislaufbeschwerden und Bewusstseinsstörungen hat.

Vor sechs Tagen hat die "Alan Kurdi" 64 Menschen vor der Lybischen Küste aus Seenot gerettet, seither sucht das Schiff nach einem Hafen, in dem es anlegen darf. Laut Angaben der Rettungsorganisation haben sich mehrere Staaten geweigert, einen sicheren Hafen zur Verfügung zu stellen. Der Flaggenstaat des Schiffes, Deutschland, habe in anbetracht der Situation die EU Kommission eingeschaltet. Bis Montagabend habe es allerdings kein klares Signal aus Brüssel gegeben. „Die andauernden Verhandlungen und die politische Frage über die Verteilung der Geretteten, über verschiedene EU Mitgliedsstaaten, überlagern die Menschenrechte der einzelnen Individuen an Bord der Alan Kurdi“, wird Dominik Reisinger, Sprecher von Sea-Eye e.V., in einer Pressemitteilung zitiert. Aktuell befasse sich bereits ein Team aus internationalen Anwälten mit dem Fall der „Alan Kurdi“.

Die Situation an Bord des Schiffes beschreibt die Rettungsorganisation als immer problematischer. Die Geretteten müssten größtenteils an Deck schlafen und seien auf sehr engem Raum zusammen untergebracht. Die "Alan Kurdi" ist kein Schiff für Rettungseinsätze, sondern für Aufklärungsmissionen und ist folglich nicht auf die entsprechende Anzahl an Passieren ausgelegt. Sorge bereitet der Organisation auch, dasss das Trinkwasser und die Lebensmittel knapp werden. Der Einsatzleiter an Bord des Schiffes hat deshalb die maltesischen Behörden informiert, dass am Mitttwoch dringend Nachschub benötigt werde, auch an Wechselkleidung.

Die ersten Geretteten haben nach Angaben der Rettungsorganisation auf dem Boot von ihren Erlebnissen in der Heimat und auf der Flucht berichtet. Frauen schilderten sexuelle Gewalt und Menschenhandel, Männer sprachen von Erpressung, Folter und sogar von Ermordungen.

Laut "Sea Eye" werden weitere 50 Menschen seit mittlerweile 50 Tagen im Mittelmeer vermisst.

Weitere Artikel

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading