Schwerpunkt Donauuferpromenade Deggendorfer Polizei greift bei Kontrollen durch

Die Polizei in Deggendorf führte in der Nacht auf Sonntag mehrere Kontrollen durch. (Symbolbild) Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild/dpa

Die Deggendorfer Polizei hat in der Nacht von Samstag auf Sonntag mit Unterstützungskräften der Bereitschaftspolizei einen Schwerpunkteinsatz im Bereich der Donauuferpromenade und der Deichgärten durchgeführt und dabei zahlreiche Personen kontrolliert. Damit wurde auf verschiedene Vorkommnisse in den letzten Wochen reagiert.

"Die Donauuferpromenade und die Deichgärten mit dem dortigen Parkhaus ziehen seit geraumer Zeit vor allem in den Nächten eine Vielzahl von Nachtschwärmern an. Dagegen ist grundsätzlich auch überhaupt nichts einzuwenden. Allerdings geben hier verschiedene Ereignisse Grund zur Sorge", berichtet ein Polizeisprecher.

Das Parkhaus wird vor allem bei schlechtem Wetter auch von jungen Leuten als „Treffpunkt“ zum Aufenthalt und Verweilen aufgesucht. In Einzelfällen kommt es dabei vor, dass mit Fahrzeugen „Rennen“ im Parkhaus gefahren werden. Oft bleibt Abfall liegen, der dann auf Kosten des Betreibers entsorgt werden muss.

Seit April wurde da Parkhaus mehrfach Ziel von Sachbeschädigungen. Durch Schmierereien an Wänden und Türen und Vandalismus richteten Unbekannte bereits erheblichen Sachschaden in Höhe von mehreren Zehntausend Euro an. Jüngstes Beispiel hierfür liefert eine Anzeige der Stadt Deggendorf von der vergangenen Woche, wo mehrere Leuchten und Inventar der Toilettenanlage des Parkhauses beschädigt und ein Waschbecken brachial aus der Verankerung gerissen wurde. Alleine hierfür beträgt der geschätzte Sachschaden rund 2.000 Euro.

In den letzten Wochen kam es auch immer wieder zu Beschwerden über nächtliche Ruhestörungen. Bei daraus resultierenden Einsätzen wurde festgestellt, dass Personengruppen Musikboxen oder Lautsprecheranlagen mitführen und lautstark abspielen. Häufig sind Personen aufgrund mehr oder weniger deutlichem Alkoholeinfluss enthemmt und zeigen auch den Einsatzkräften gegenüber aggressives Verhalten, so dass es mitunter auch zu Straftaten kommt.

Mehrfach kam es zu Streitigkeiten, die sich bisweilen auch zu Körperverletzungsdelikten entwickelten. Erst jüngst kam es aus einer Gruppe heraus zu einer Körperverletzung.

Scherben, Müll und Lärm

Der Bauhof der Stadt Deggendorf musste in den frühen Morgenstunden der vergangenen Wochenenden zahlreiche leere und zerbrochene Glasflaschen und sonstigen Unrat wegräumen, den offensichtlich die Nachtschwärmer achtlos liegenlassen. Die meisten Glasflaschen hatten vormals hochprozentigen Inhalt. Dementsprechend stehen auch einige der Nachtschwärmer mehr oder weniger unter Alkoholeinfluss, zeigen ausgelassene und bisweilen auch enthemmte Stimmung. Das ist möglicherweise auch ein Grund für zunehmend aggressives Verhalten und Widerstand gegen dort im Einsatz befindliche Polizeibeamte. Das zeigt sich auch am Beispiel eines Unbeteiligten, der sich Ende Juni in eine Personenkontrolle einmischte, einem daraus resultierenden Platzverweis keine Folge leistete und stattdessen Widerstand leistete.

Um diesen Entwicklungen entgegen zu treten, führte die PI Deggendorf am vergangenen Wochenende unter der Leitung des stellvertretenden Dienststellenleiters EPHK Werner Feilmeier im Bereich der Deichgärten und der Donauuferpromenade einen Schwerpunkteinsatz durch. Neben eigenen Kräften der PI Deggendorf kamen auch ein Einsatzzug der Bereitschaftspolizei sowie Beamte der Operativen Ergänzungsdienste Straubing, unter anderem Hundeführer, zum Einsatz.

Trotz des regnerischen Wetters waren zahlreiche meist junge Leute im Bereich oder auf dem Weg zur Uferpromenade kontrolliert. Manche hatten alkoholische Getränke, sogar Bierkästen, dabei. Insgesamt wurde von über 80 Personen zur vorbeugenden Gefahrenabwehr Personalien festgestellt, über 120 Personen wurden des Platzes verwiesen. Die meisten zeigten sich einsichtig.

Erfreulicherweise kam es in dieser Nacht „nur“ zu einem Hausfriedensbruch, weil sich ein junger Mann trotz Hausverbot im Parkhaus Deichgärten aufgehalten hat. Bei den intensiven Kontrollen wurden auch bei mehreren Personen Betäubungsmittel aufgefunden. Hier wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Die PI Deggendorf legt Wert auf die Feststellung, dass nichts gegen „feiern mit Anstand und Wertebewusstsein“ spricht. Konsequent einschreiten wird die Polizei aber dann, wenn Gesetze missachtet werden und Gefahren entstehen können. In diesem Zusammenhang weisen wir neben den individuellen Folgen für den Betroffenen auch auf den volkswirtschaftlichen Schaden hin, der durch die Beseitigung von Müllablagerungen und „Hinterlassenschaften“ von nächtlichen „Feiern“ oder die ärztliche Behandlung von gesundheitlichen Schäden aufgrund von Raufereien oder übermäßigem Alkohol- oder Betäubungsmittelkonsum entstehen kann. Vor diesem Hintergrund appellieren wir an die Vernunft der „Nachtschwärmer“ und bitten um angepasstes Verhalten.

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading